SAP: Obermann mit 99 Prozent gewählt
Ex-Telekom-Chef Obermann übernimmt SAP-Kontrolle. Milliardenschwere KI-Zukäufe und schwächelnder Aktienkurs prägen die Agenda.

- Obermann mit über 99 Prozent gewählt
- Aufsichtsratsvorsitz ab 2027 geplant
- Milliardeninvestitionen in KI-Labor Prior Labs
- SAP-Aktie seit Jahresbeginn um 25 Prozent gefallen
SAP beendet eine monatelange Hängepartie an der Kontrollspitze. Nach dem turbulenten Abgang des designierten Vorsitzenden Punit Renjen haben die Aktionäre für klare Verhältnisse gesorgt. Der ehemalige Telekom-Chef René Obermann rückt in den Aufsichtsrat ein. Er soll den Softwarekonzern künftig durch eine Phase teurer KI-Übernahmen und schwächelnder Aktienkurse navigieren.
Über 99 Prozent Zustimmung
Auf der virtuellen Hauptversammlung wählten die Anteilseigner den 63-Jährigen mit großer Mehrheit in das Gremium. Mehr als 99 Prozent der Stimmen entfielen auf Obermann. Der Fahrplan steht bereits seit einem Jahr fest: Er wird 2027 den Vorsitz übernehmen.
Bis dahin leitet weiterhin Pekka Ala-Pietilä den Aufsichtsrat. Der frühere Nokia-Manager war kurzfristig eingesprungen und bereitet nun eine geordnete Übergabe vor. Ab dem kommenden Jahr soll das Aktionärstreffen dann wieder in Präsenz stattfinden.
Ende der personellen Turbulenzen
Die Nachfolge von SAP-Mitgründer Hasso Plattner glich zuletzt einer Achterbahnfahrt. Plattner verließ den Posten 2024 nach über zwei Jahrzehnten. Sein geplanter Nachfolger, der Ex-Deloitte-Chef Punit Renjen, verwarf sich überraschend schnell mit dem Unternehmen. Als offizielle Begründung nannte SAP unterschiedliche Vorstellungen über die Rolle des Vorsitzenden.
Mit Obermann zieht nun wieder Ruhe ein. Ala-Pietilä betonte auf dem Aktionärstreffen dessen technologisches Fachwissen und sein tiefes Verständnis für das deutsche Corporate-Governance-System.
Milliardenschwere KI-Zukäufe
Der Führungswechsel fällt in eine teure Umbauphase. SAP forciert den Ausbau seiner Künstlichen Intelligenz. Dafür unterzeichnete der DAX-Konzern eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Prior Labs. Das Management plant, über die nächsten vier Jahre mehr als eine Milliarde Euro in das KI-Labor zu investieren.
Parallel dazu kündigte SAP den Kauf der Data-Lakehouse-Plattform Dremio an. Beide Zukäufe zielen darauf ab, die Entwicklung fortschrittlicher Datenmodelle und Agentic AI zu beschleunigen.
Dividende fließt am Freitag
Aktionäre erhalten am morgigen Freitag eine Dividende von 2,50 Euro je Anteilsschein. Ein kleines Trostpflaster für die jüngste Kursentwicklung.
Zwar legte die SAP-Aktie am heutigen Donnerstag um gut zwei Prozent auf 151,30 Euro zu. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus allerdings auf rund 25 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 271,60 Euro ist das Papier weit entfernt. Obermann übernimmt ein Unternehmen im strategischen Umbruch — und unter massivem Druck am Kapitalmarkt.
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