SAP: Vorstand Saueressig kauft Aktien
SAP verzeichnet Insiderkäufe und setzt den Aktienrückkauf fort, während UBS wegen des KI-Geschäfts vorsichtiger auf die Aktie blickt.

- Zwei Vorstandsmitglieder erwerben SAP-Aktien
- Konzern kauft 5,1 Millionen eigene Aktien
- Cloud-Auftragsbestand steigt auf 22,9 Milliarden Euro
- UBS stuft SAP auf Neutral herab
Während der Aktienkurs von SAP im laufenden Jahr deutlich unter Druck steht, greifen Insider offenbar zu. Vorstandsmitglied Thomas Heinrich Saueressig kaufte am 26. August 1.500 Aktien zu 178,30 Euro, eine Investition von rund 267.450 Euro.
Bereits am 14. August hatte ein weiteres, nicht namentlich genanntes Vorstandsmitglied 1.700 Aktien zu 179,15 Euro erworben, umgerechnet etwa 304.551 Euro. Solche Käufe gelten unter Anlegern traditionell als Vertrauenssignal aus der Unternehmensspitze.
Die Käufe fallen in eine Phase, in der SAP parallel ein groß angelegtes Rückkaufprogramm fortführt. Bis zum 14. August erwarb der Konzern im Rahmen des laufenden Programms gut 5,1 Millionen eigene Aktien.
Das Gesamtvolumen des bis Ende 2027 laufenden Rückkaufprogramms ist damit auf rund 2,6 Milliarden Euro angewachsen. Der Softwarekonzern investiert also gleichzeitig auf zwei Ebenen in die eigenen Papiere – institutionell über den Rückkauf und individuell über die Vorstandskäufe.
Kursverlauf spiegelt gemischte Erwartungen
Der Aktienkurs notiert aktuell bei 183,52 Euro und damit über den Einstiegskursen der Insider aus August. Auf Monatssicht steht ein Plus von 8,7 Prozent, seit Jahresbeginn liegt das Papier jedoch mit 12 Prozent im Minus. Diese Diskrepanz zeigt: Die jüngste Erholung ändert nichts daran, dass SAP im laufenden Jahr insgesamt an Boden verloren hat.
Fundamental hat der Konzern zuletzt geliefert. Die im Juli veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 zeigten ein Wachstum des Cloud-Umsatzes von 22 Prozent nominal, bei der Cloud-ERP-Suite sogar von 25 Prozent. Der aktuelle Cloud-Auftragsbestand kletterte um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro.
SAP passte daraufhin seine Jahresprognose für das Non-IFRS-Betriebsergebnis auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro an – eine leichte Verwässerung durch die Übernahmen von Dremio und Prior Labs, die zusammen mehr als 100 Millionen Euro kosteten.
Führung bleibt konstant, Strategie fokussiert auf KI
Für Stabilität an der Konzernspitze sorgt die im August verlängerte Vertragslaufzeit von CEO Christian Klein, der nun bis April 2030 an Bord bleibt. CFO Dominik Asam verlängerte parallel bis 2028. Die personelle Kontinuität fällt in eine Phase, in der SAP seine Strategie stärker auf künstliche Intelligenz ausrichtet – sichtbar an der Übernahme des Freiburger KI-Startups Prior Labs, in das der Konzern über vier Jahre mehr als eine Milliarde Euro investieren will. Die Firma bleibt als eigenständige Marke mit Fokus auf tabellarische Foundation-Modelle bestehen.
Genau an diesem KI-Kurs setzten zuletzt kritische Stimmen an: UBS stufte SAP gestern von „Buy“ auf „Neutral“ ab, trotz einer Kurszielanhebung von 164 auf 201 Euro. Die Analysten äußerten Zweifel am KI-Geschäft und erwarten ein Abflachen des Wachstums beim Cloud-Auftragsbestand von 26 Prozent im Juni auf rund 24 Prozent zum Jahresende. Der Kurs reagierte darauf zunächst kaum, notiert seit der Abstufung um 1,2 Prozent höher.
Die Kombination aus Insider-Käufen, laufendem Rückkaufprogramm und soliden operativen Zahlen steht damit im Kontrast zur vorsichtigeren Einschätzung der UBS. Für Anleger bleibt die Frage, ob das operative Wachstumstempo die Skepsis der Analysten in den kommenden Quartalen widerlegen kann.
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