Schneider Electric Aktie: Die Schulden-Bombe!
Die PTC-Übernahme ist vereinbart, doch Aktionärs- und Behördenzustimmungen stehen noch aus; J.P. Morgan senkte seine Bewertung.

- PTC-Offerte bewertet Eigenkapital mit 22,6 Milliarden Dollar
- Schneider plant fünf bis sechs Milliarden Euro aus Aktien
- J.P. Morgan stuft Schneider auf Neutral herab
- Shelly-Gremium hält 70-Euro-Angebot für angemessen
Der französische Industriekonzern Schneider Electric plant eine tiefgreifende Erweiterung seines Softwaregeschäfts, bürdet sich dafür jedoch eine erhebliche finanzielle Last auf. Am Montag vereinbarte das Unternehmen die Übernahme des US-Konzerns PTC. Die Transaktion sieht einen Barpreis von 205 $ je Aktie vor, was PTCs Eigenkapital mit rund 22,6 Milliarden $ oder umgerechnet etwa 20,1 Milliarden Euro bewertet.
Hoher Fremdkapitalbedarf für US-Softwarehaus
Zur Finanzierung der milliardenschweren Akquisition greift Schneider Electric tief in die Bilanzstruktur ein. Das Management beabsichtigt, den Kaufpreis über die Ausgabe neuer Aktien im Umfang von ungefähr 5 bis 6 Milliarden Euro sowie über neue Schulden von 16 bis 17 Milliarden Euro darzustellen.
Mit dem geplanten Zukauf baut der Konzern sein industrielles Softwareportfolio deutlich aus. Allerdings müssen vor dem Vollzug noch wesentliche Hürden genommen werden. Der Abschluss der PTC-Transaktion wird für das dritte Quartal 2027 angestrebt und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Aktionäre sowie der zuständigen Aufsichtsbehörden.
Zurückhaltendere Einschätzung bei Analysten
Die Dimensionen der Transaktion und die geplante Verschuldung rufen am Markt Skepsis hervor. Die Analysten von J.P. Morgan stuften die Papiere von Schneider Electric am Dienstag von „Overweight“ auf „Neutral“ herab.
Medienberichten zufolge senkte das Institut zudem das Kursziel für Dezember 2027 von zuvor 345 Euro auf 310 Euro. Als wesentliche Gründe für die vorsichtigere Haltung nannten die Experten Bedenken hinsichtlich der Zukäufe von PTC und Cognite sowie Zweifel an der künftigen Kapitaldisziplin des Managements.
Die Skepsis der Investoren spiegelt sich auch in der Kursentwicklung wider. Innerhalb der vergangenen sieben Tage verbuchte der Titel ein Minus von 13 Prozent und schloss gestern bei 256,65 Euro.
Vorstand der Shelly Group stützt Barofferte
Parallel zu den Vorbereitungen für den US-Zukauf treibt Schneider Electric eine weitere Transaktion in Europa voran. Ebenfalls am Montag sprach sich das Leitungsgremium der Shelly Group für die Offerte der Schneider-Tochtergesellschaft SE 2026 A SAS aus. Das Gremium bewertete das Barangebot in Höhe von 70 Euro je Aktie als fair und angemessen.
Für das Gelingen dieses Zukaufs bleibt jedoch die Mindestannahmeschwelle von 95 Prozent bestehen. Zudem steht auch dieses Verfahren noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die bulgarischen Regulierungsbehörden. Vor dem Hintergrund der parallelen Großprojekte richtet sich das Augenmerk der Anleger nun darauf, wie der Konzern die behördlichen Freigaben absichert und die geplante Kapitalaufnahme am Markt platziert.
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