Schneider Electric Aktie: Rechenzentren treiben Prognose

Der Quartalsumsatz übertraf Analystenschätzungen; Schneider Electric erhöhte zum zweiten Mal seine Wachstumsziele für 2026.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz steigt auf 11,5 Milliarden Euro
  • Rechenzentrumserlöse mehr als verdoppelt
  • Umsatzziel für 2026 auf 12 bis 14 Prozent angehoben
  • Nahostkonflikt könnte Schlussquartal beeinträchtigen

Der Rechenzentren-Boom lässt bei Schneider Electric die Kassen klingeln, und zwar deutlich stärker als erwartet. Der Konzern hebt seine Jahresziele für 2026 zum zweiten Mal an. Im frühen Handel am Freitag legte die Aktie rund 1,4 Prozent zu und stützte damit die Stimmung am europäischen Gesamtmarkt.

Umsatz deutlich über den Erwartungen

Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 18 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurs- und Übernahmeeffekte waren es 17 Prozent. Analysten hatten im Schnitt nur knapp 14 Prozent auf dem Zettel.

Besonders kräftig wuchs das Geschäft in China und Nordamerika. Der Umsatz mit Rechenzentrumslösungen hat sich mehr als verdoppelt. Dabei punktet Schneider vor allem mit Technik für das Energiemanagement, einem Feld, in dem der Konzern in einigen Bereichen auch mit Siemens konkurriert.

Ziele für 2026 erneut nach oben gesetzt

Organisch soll der Umsatz nun um 12 bis 14 Prozent wachsen, zuvor standen 10 bis 13 Prozent im Plan. Beim bereinigten Ebita peilt das Management ein organisches Plus von 18 bis 21 Prozent an, bisher waren es 14 bis 19 Prozent. Schon im Sommer hatte die Führung mit den Halbjahreszahlen die Ziele erhöht.

Neben der Nachfrage aus dem Rechenzentrumsmarkt setzt Konzernchef Olivier Blum auch auf Preiserhöhungen bei den verkauften Produkten. Sie sollen das Wachstum zusätzlich stützen.

Einen Dämpfer deutet der Konzern allerdings an: Der Konflikt im Nahen Osten könnte das Schlussquartal belasten. Konkrete Auswirkungen nannte das Unternehmen nicht.

Marktumfeld

Die Zahlen kamen zur rechten Zeit. Europas Börsen steuerten auf ihren stärksten Wochengewinn seit August zu, nachdem eine Verkaufswelle bei hoch bewerteten Technologiewerten die Woche geprägt hatte. Auslöser waren Sorgen vor chinesischer Konkurrenz und einer wachsenden Schuldenfinanzierung beim Ausbau der KI-Infrastruktur. Der Branchenindex der Industriewerte gehörte am Morgen mit einem Plus von 0,7 Prozent zu den stärksten Sektoren.

Schneider liefert damit einen handfesten Beleg, dass die Nachfrage nach KI-Infrastruktur bei den Ausrüstern ankommt, auch wenn die Stimmung an den Tech-Märkten schwankt. Am Nachmittag richtet sich der Blick auf die Inflationszahlen der Eurozone, die zeigen sollen, ob der Preisdruck durch hohe Ölpreise nachgelassen hat.

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