Schneider Electric Aktie: Software-Coup mit Prämie

Der französische Konzern bietet 205 Dollar je PTC-Aktie und erwartet jährliche Synergien von 800 Millionen Euro beim Umsatz.

Die Kernpunkte:
  • 42 Prozent Aufschlag auf den Freitagsschluss
  • 250 Millionen Euro jährliche Kostensenkung ab Jahr drei erwartet
  • Transaktionsabschluss bis zum dritten Quartal 2027 erwartet
  • Quartalszahlen erscheinen bereits am 16. Oktober

Schneider Electric greift nach dem US-Softwareanbieter PTC. Der französische Technologiekonzern bietet 205 US-Dollar je Aktie, insgesamt rund 22,6 Milliarden Dollar oder 20 Milliarden Euro. Es ist die größte Übernahme der jüngeren Konzerngeschichte.

Prämie und Synergieziele

Auf den Schlusskurs vom Freitag, 144,03 Dollar, legt Schneider einen Aufschlag von 42 Prozent obendrauf. Mit PTC will der Konzern sein Geschäft in Produktdesign, Konstruktion und Datenmanagement ausbauen. Konzernchef Olivier Blum spricht vom branchenweit umfassendsten Software- und KI-Unternehmen.

Der Zukauf soll sich rechnen. Ab dem dritten Jahr nach dem Zusammenschluss sollen die jährlichen Kosten um 250 Millionen Euro niedriger liegen. Beim Umsatz erhofft sich Schneider Synergien von 800 Millionen Euro.

Zuvor hatten Medien bereits über einen bevorstehenden Deal berichtet. Die Aktie geriet am Morgen unter Druck: Auf der Handelsplattform Lang & Schwarz lag Schneider zuletzt gut drei Prozent im Minus. Das ist bei einem Zukauf dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich, Käufer stehen bei Milliardenübernahmen mit hoher Prämie oft zunächst unter Beobachtung.

Strategie: Software trifft Hardware

Schneider ist wie Rivale Siemens stark in der Automatisierung von Industrieanlagen. Seit geraumer Zeit kauft der Konzern gezielt an der Schnittstelle von Software und Hardware zu. Erst kürzlich vereinbarte er die Übernahme der bulgarischen Shelly Group, die vernetzte Geräte für die Heimautomatisierung herstellt, für 1,2 Milliarden Euro.

PTC passt in dieses Muster, ist aber ein Schritt in einer anderen Gewichtsklasse. Siemens, der direkte Wettbewerber, gab am Morgen ebenfalls nach. Marktteilnehmer scheinen den Schritt auch als Signal für den Wettbewerb um Industriesoftware zu lesen.

Zeitplan

Der Abschluss der Transaktion wird bis zum dritten Quartal 2027 erwartet. Zuvor legt Schneider die Zahlen zum abgelaufenen Quartal vor: Der Konzern zieht den Termin auf den 16. Oktober vor. Dann dürften Investoren mehr zur Finanzierung und zu den Details der Integration erfahren.

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