Schwab U.S. Dividend Equity ETF: 8 Prozent Plus, Nasdaq-100 minus 7
Der SCHD übertraf seinen bisherigen Schlussrekord, während Anleger angesichts der Belastungen im Technologiesektor defensive Aktien bevorzugten.

- Donnerstagsschluss über bisherigem Höchststand
- Rund acht Prozent Plus seit Oktober
- Mehr als 24,5 Milliarden USD Zuflüsse
- Keine Magnificent-Seven-Aktien im Portfolio
Anleger haben am Donnerstag den Schwab U.S. Dividend Equity ETF (SCHD) auf einen neuen Rekordschlussstand getrieben. Während Sorgen über die Renditen hoher Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) den Technologiesektor belasteten, suchten Marktteilnehmer verstärkt Sicherheit in defensiven Blue Chips. Am Freitag beendete der ETF den Handel bei einem Kurs von 35,27 USD.
Defensive Stärke ohne Technologie-Schwergewichte
Der ETF schloss am Donnerstag bei 35,40 USD und übertraf damit seinen bisherigen Höchststand vom August. In der Spitze kletterte der Kurs am Donnerstag laut Benzinga sogar auf 35,45 USD. Diese Entwicklung verdeutlicht eine deutliche Umschichtung innerhalb des US-Aktienmarktes. Seit dem 6. Oktober verzeichnete der SCHD einen Zuwachs von rund 8 %, während der technologielastige Auswahlindex Nasdaq-100 im selben Zeitraum etwa 7 % verlor.
Ausschlaggebend für diese Outperformance ist die Portfolio-Struktur des Fonds. Zum Stichtag am 13. Oktober gehörte keine einzige der sogenannten „Magnificent Seven“-Aktien zu den 102 Positionen des ETFs.
Da der Index Unternehmen voraussetzt, die seit mindestens zehn Jahren kontinuierlich Dividenden zahlen, bleibt der Fonds von der Volatilität hoch bewerteter Technologiewerte weitgehend unberührt. Stattdessen dominieren Sektoren wie Basiskonsumgüter, das Gesundheitswesen und Energie, die zusammen 54,5 % des Portfolios ausmachen.
Massive Zuflüsse und fundamentale Bewertung
Die Marktdynamik spiegelt sich auch in den Mittelzuflüssen wider. Im laufenden Jahr flossen dem ETF bereits mehr als 24,5 Milliarden USD an neuem Kapital zu. Das verwaltete Vermögen stieg damit laut Medienberichten auf insgesamt 116 Milliarden USD. Mit einem Plus von 6,0 % innerhalb der letzten 30 Tage konnte der Wert seine Position als einer der führenden Dividenden-ETFs festigen.
Interessant ist die aktuelle Bewertung der defensiven Sektoren. Laut FactSet lag das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für Basiskonsumgüter im S&P 500 am Dienstag bei 23,8, während der Technologiesektor mit 19,8 bewertet wurde.
Analysten von Goldman Sachs hatten bereits in der vergangenen Woche zu einer stärkeren Gewichtung defensiver Titel geraten, da diese in Phasen von Marktunsicherheiten historisch stabilere Renditen liefern können. In den ersten sechs Monaten nach Beginn früherer Rezessionen erzielte der Sektor der Basiskonsumgüter im Schnitt Gewinne von 2,2 %.
Strategische Ausrichtung und internationale Nachfrage
Innerhalb des Portfolios nehmen Schwergewichte wie Qualcomm, Texas Instruments, UnitedHealth und Coca-Cola bedeutende Positionen ein. Diese vier Titel machten in einer früheren Auswertung rund 22 % des Nettovermögens aus. Die Kostenquote des ETFs bleibt mit 0,06 % eine der niedrigsten im Branchenvergleich, was ihn besonders für langfristige Anleger attraktiv macht.
Auch international gewinnt das Produkt an Bedeutung. Medienberichten zufolge war der SCHD vor Kurzem eine Woche lang der meistgekaufte ausländische ETF bei südkoreanischen Privatanlegern. Dabei wurden Nettokäufe in Höhe von 65 Millionen USD verzeichnet.
Trotz der vorangegangenen Kursgewinne gab das Papier am Freitag leicht um -0,4 % nach. Technische Analysten sehen bei einem nachhaltigen Ausbruch über die Marke von 35,50 USD weiteres Potenzial bis in den Bereich von 40 USD, warnen jedoch vor einem möglichen Widerstand.
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