Schwacher Euro treibt Autoaktien an – Volkswagen, Daimler und BMW

Der erneute Schwächeanfall der europäischen Gemeinschaftswährung hat die Aktien der deutschen Autohersteller in die Favoritengruppe des DAX katapultiert. Denn sie profitieren besonders von einem schwachen Euro, was die eigenen Autos im Ausland billiger und damit wettbewerbsfähiger macht.

 

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Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Denn in den vergangenen Monaten standen sowohl Volkswagen als auch BMW und Daimler unter erhöhtem Druck an der Börse. Während sich Daimler seit März mit einem Abschlag von knapp 17% noch relativ glimpflich aus der Affäre ziehen konnte, sackten die Notierungen bei Volkswagen und BMW in der Spitze um rund 30% bzw. 27% ab.

Wobei jeder Konzern sein eigenes Risikopaket zu tragen hatte. Bei Volkswagen waren es die Piëch-Affäre und die Schwäche in den USA, bei BMW das zunehmend schleppende Geschäft in China. Einzig Daimler machte eigentlich eine gute Figur, was auch die jüngsten operativen Zahlen untermauerte. Dennoch konnte sich auch diese Aktie dem Abwärtstrend in der Branche nicht entziehen.

 

Wie läuft es für Daimler, BMW und VW in Amerika?

Doch jetzt könnte die Zeit reif sein für einen Neustart. Das gilt vor allem für Volkswagen, die bei den aktuell bekannt gegebenen Absatzzahlen im wichtigen US-Markt positiv überraschten. Denn schon den dritten Monat in Folge konnte man mit 2,4% einen Zuwachs ausweisen und damit den Erz-Rivalen um die globale Krone Toyota ausstechen, der nur ein Wachstum von 0,6% schaffte. Allerdings: Noch immer verkauft Toyota in Amerika mit zuletzt 217.181 Fahrzeugen im Juli mehr als viermal so viel wie die VW-Konzernmarken VW, Audi und Porsche zusammen.

Grundsätzlich positiv war auch die Bilanz der beiden anderen deutschen Hersteller. Wobei aber erkennbar wurde: Die Amerikaner setzen dank niedriger Spritpreise in billigerer Finanzierungen wieder auf große Gefährte. So konnte die Marke BMW einen Zuwachs um 2,1% ausweisen, der kleine Mini dagegen in Minus um 10,7%. Und auch bei Mercedes war es nur die Stammmarke, die mit plus 1,2% halbwegs überzeugen konnte. Richtig profitiert haben vom neuen Markttrend die Big 3 aus Detroit. Ford, GM und Chrysler steigerten ihre Absatzzahlen um 4,9%, 6% und 6,2%.

 

Mit dem Kauf von HERE einen wichtigen Deal abgeschlossen

Trotz dieser durchwachsenen Ergebnisse zeichnet sich bei den deutschen Autoaktien eine charttechnische Trendwende ab. Was sicher auch damit zu tun hat, dass BMW, Daimler und die VW-Tochter Audi zusammen den Zuschlag für den Nokia-Kartenanbieter HERE erhalten haben. Dafür mussten sie zwar mindestens 2,8 Mrd. Euro auf den Tisch legen, haben sich aber eine ganz wichtige Ressource gesichert.

Denn bekanntlich geht einer der wichtigsten Trends im Fahrzeugbau darum, autonome Fahrsysteme zu etablieren. Und da ist erstklassiges Kartenmaterial unerlässlich und ein echter Wettbewerbsvorteil, den man sonst teuer einkaufen müsste. Zumal die Autohersteller nun auch in der Lage wären, ihr Kartenmaterial etc. selbst an Dritte zu vermarkten und damit eine Refinanzierung zu schaffen.

 

Schon einsteigen oder noch abwarten?

Unser Fazit: Die Probleme, die zu den Kursverlusten führten, besonders das China-Thema, sind noch nicht verschwunden, sollten aber an Einfluss verlieren. Das eröffnet den Autoaktien nun zusammen mit den genannten positiven Impulsen gute Chancen, einen Rebound zu schaffen.

Mutige Anleger könnten schon jetzt eine entsprechende Kombination aus Daimler, VW und BMW (Porsche und Audi lassen wir außen vor) aufbauen. Wer noch warten möchte, sollte mit Stopp-Buy arbeiten.

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