Scottish Mortgage: 172.000 US-Jobs schocken Wachstumswerte
Starke US-Arbeitsmarktdaten belasten den Scottish Mortgage Investment Trust. Der Fokus auf Wachstumswerte führt zu deutlichen Kursverlusten.

- Wöchentlicher Kursverlust von knapp sieben Prozent
- US-Jobwachstum verändert Zinserwartungen
- Technologieaktien weltweit unter Druck
- Trust notiert knapp über 50-Tage-Linie
Stärkere US-Jobdaten als erwartet haben die globalen Märkte in Aufruhr versetzt — und der Scottish Mortgage Investment Trust trifft das besonders hart. Der auf Wachstumswerte spezialisierte britische Investmenttrust verlor in den vergangenen sieben Tagen knapp sieben Prozent und notiert am Montag bei 16,75 Euro.
172.000 neue Jobs — und ihre Folgen
Der Auslöser kam am Freitag: Die USA meldeten 172.000 neue Stellen im Mai, fast doppelt so viele wie Analysten erwartet hatten. Das veränderte die Zinsperspektive schlagartig. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im Dezember 2026 schnellte von 45 auf über 80 Prozent. Technologieaktien, die besonders empfindlich auf steigende Kapitalkosten reagieren, brachen ein: Der Nasdaq verlor am Freitag 4,18 Prozent, der Philadelphia Semiconductor Index sogar 10,3 Prozent.
Scottish Mortgage, dessen Portfolio stark auf hochbewertete Wachstumsunternehmen ausgerichtet ist, steht damit im Epizentrum des Ausverkaufs.
Asien verstärkt den Druck
Die Verkaufswelle schwappte am Montag nach Asien. Südkoreas KOSPI brach in den ersten 20 Minuten um mehr als acht Prozent ein — genug, um einen Circuit Breaker auszulösen und den Handel vorübergehend zu unterbrechen. Samsung gehörte zu den größten Verlierern. Hongkongs Hang Seng gab 1,15 Prozent nach.
Das Bild ist eindeutig: Wachstumsorientierte Portfolios stehen unter Druck, solange der Markt höhere Zinsen einpreist.
Technische Lage und Gegenwind
Trotz des Rücksetzers hält sich der Trust knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 16,62 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 19,50 Euro — erst am 25. Mai markiert — ist er allerdings bereits 14 Prozent entfernt. Der RSI liegt bei 43,7, also im neutralen Bereich ohne klares Kaufsignal.
Erschwerend kommt hinzu: Brent Crude kletterte am Montag auf 97,22 Dollar je Barrel, ein Plus von 4,44 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf rund 4,58 Prozent — den höchsten Stand seit zwei Wochen. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten verstärken die Risikoaversion zusätzlich.
Investmenttrust-Sektor mit positivem Gegentrend
Ein strukturell interessantes Signal kommt aus dem britischen Investmenttrust-Sektor insgesamt. Der durchschnittliche Abschlag zum Nettoinventarwert (NAV) fiel laut Daten der Association of Investment Companies Ende Mai auf 9,6 Prozent — erstmals seit fast vier Jahren unter die Zehn-Prozent-Marke. Das deutet auf eine breitere Neubewertung des Sektors hin, auch wenn einzelne Trusts weiterhin mit erheblichen Abschlägen handeln.
Für Scottish Mortgage selbst bleibt das kurzfristige Bild belastet: Solange der Markt weitere Zinsschritte einpreist, dürften Wachstumswerte unter Druck bleiben — und der Trust mit ihnen. Immerhin: Auf Jahressicht steht noch ein Plus von rund 21 Prozent zu Buche.
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