Scottish Mortgage: 27,4 Prozent NAV-Wachstum im Geschäftsjahr
Der Investment Trust verzeichnet ein starkes Geschäftsjahr, beendet Aktienrückkäufe und profitiert vom bevorstehenden Börsengang seiner Top-Position SpaceX.

- NAV steigt um 27,4 Prozent
- Strategiewechsel: Vom Rückkauf zur Neuausgabe
- Spacex-Börsengang am 12. Juni erwartet
- Dividende zum 43. Mal in Folge erhöht
Scottish Mortgage Investment Trust hat sein Geschäftsjahr zum Ende März 2026 mit einem Nettoassetwert-Zuwachs von 27,4 Prozent abgeschlossen. Für Aktionäre bedeutet das eine Gesamtrendite von 26,8 Prozent. Über zehn Jahre steht ein NAV-Zuwachs von 435 Prozent — der FTSE All-World kommt im gleichen Zeitraum auf 234 Prozent.
Kein Wunder, dass Privatanleger aufmerksam werden. Bei der Handelsplattform interactive investor belegt Scottish Mortgage den dritten Monat in Folge Platz eins bei den Käufen.
Vom Rückkauf zur Neuausgabe
Hinter dem Rekordjahr steckt ein radikaler Strategiewechsel. Zwei Jahre lang kaufte der Trust massiv eigene Aktien zurück — insgesamt rund 308 Millionen Stück, entsprechend etwa 22 Prozent des damaligen Grundkapitals, für zusammen 3,02 Milliarden Pfund. Ziel war es, den hartnäckigen Abschlag zum NAV zu schließen.
Das ist gelungen. Der Abschlag ist verschwunden — der Trust notiert jetzt mit Aufschlag. Seit dem 13. Mai platziert Scottish Mortgage täglich Aktien aus dem eigenen Bestand am Markt. Am 1. Juni verkaufte der Trust 2,35 Millionen Aktien zu 1.516,50 Pence je Stück — deutlich über dem NAV von 1.409,70 Pence. Für bestehende Aktionäre entsteht keine Verwässerung, weil der Trust lediglich bereits gehaltene Aktien verkauft.
Risikorahmen neu geordnet, SpaceX vor dem Börsengang
Der Jahresbericht dokumentiert auch eine grundlegende Überarbeitung des Risikomanagements. Makroökonomische, geopolitische und regulatorische Risiken behandelt der Vorstand künftig nicht mehr isoliert, sondern als Verstärker von Investment- und Betriebsrisiken. Das Finanzrisiko stuft der Vorstand weiterhin als hoch, aber stabil ein — begründet mit anhaltender Marktvolatilität, dem Wachstumsfokus und steigender Portfoliokonzentration. Neu auf der Risikoliste: Cybersicherheit, eingestuft als moderat, weil Angreifer zunehmend selbst neue Technologien einsetzen.
Positiv: Das Abschlagsrisiko gilt nun als sinkend und moderat — eine klare Heraufstufung gegenüber den Vorjahren.
Der Zeitpunkt dieser Neuordnung ist kein Zufall. SpaceX, die größte Einzelposition im Portfolio, soll am 12. Juni an die Börse gehen — bei einer angestrebten Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar. Für Scottish Mortgage bedeutet das einen massiven Liquiditätsgewinn für eine Position, die bislang kaum handelbar war.
Private Markets und Gesamtvermögen
Parallel dazu hat der Vorstand das Engagement in nicht börsennotierten Unternehmen ausgebaut. Im abgelaufenen Geschäftsjahr flossen 254 Millionen Pfund in Privatunternehmen — fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Neu ins Portfolio kamen der KI-Entwickler Anthropic, das Healthtech-Unternehmen Loyal Animal Health und die Social-Plattform RedNote. Bestehende Beteiligungen wie Enveda, Redwood Materials und Zipline erhielten weiteres Kapital. Der Vorstand genehmigte zusätzlich 250 Millionen Pfund für künftige Privatmarktinvestitionen.
Das verwaltete Gesamtvermögen stieg auf 13,82 Milliarden Pfund, von 12,08 Milliarden Pfund im Vorjahr. Der Verschuldungsgrad sank von 13 auf 11 Prozent des Nettovermögens — nicht weil Schulden zurückgezahlt wurden, sondern weil das Portfolio schneller wuchs.
Dividende und Hauptversammlung
Die Dividende steigt um 4,3 Prozent auf 4,57 Pence je Aktie — das 43. Jahr in Folge mit Wachstum. Die Abschlussdividende von 2,97 Pence je Aktie wird am 10. Juli ausgezahlt.
Auf der Hauptversammlung am 2. Juli in den National Galleries of Scotland in Edinburgh stimmen die Aktionäre über die Dividende, Direktorenwahlen und die Wirtschaftsprüferbestellung ab. Der Vorstand beantragt außerdem die Ermächtigung, bis zu 14,99 Prozent der ausgegebenen Aktien zurückzukaufen — allerdings nur dann, wenn der Kurs unter dem aktuellen NAV liegt.
Der Kurs notiert aktuell bei 18,23 Euro und liegt damit rund 31 Prozent über dem Jahresanfangsniveau. Vom 52-Wochen-Hoch bei 18,85 Euro trennen den Trust noch knapp 3,3 Prozent.
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