Scottish Mortgage: 3,5 Milliarden Pfund hängen an SpaceX

Der Fonds kauft eigene Aktien zurück und fiebert dem SpaceX-Börsengang entgegen. Ein Erfolg könnte das Portfolio massiv verändern.

Die Kernpunkte:
  • Eigene Aktien im Eiltempo zurückgekauft
  • SpaceX-Börsengang am Freitag erwartet
  • Spacex macht 21 Prozent des Portfolios aus
  • Ex-Dividenden-Tag mit hoher Ausschüttung

Scottish Mortgage Investment Trust steht vor den wichtigsten 48 Stunden seiner jüngeren Geschichte. Das Management kauft im Eiltempo eigene Aktien zurück. Parallel dazu geht das Papier heute ex-Dividende. Der wahre Katalysator wartet jedoch am Freitag.

Radikaler Kurswechsel beim Aktienrückkauf

Das Management hat am Mittwoch eine Million eigene Aktien erworben. Der Kaufpreis lag bei knapp 1.414 Pence. Es war bereits der zweite Rückkauf innerhalb von drei Tagen.

Das Vorgehen folgt einer neuen, strengeren Kapitalrichtlinie. Das Trust-Management stützt den Kurs nur noch, wenn er unter den Nettoinventarwert fällt. Anfang Juni sah die Welt noch anders aus. Damals gab der Fonds neue Aktien mit Aufschlag aus und sammelte 95 Millionen Pfund ein. Ein rasanter Stimmungswechsel.

Das Milliarden-Schicksal hängt an Elon Musk

Der Zeitpunkt der Rückkäufe ist kein Zufall. Am Freitag plant das Raumfahrtunternehmen SpaceX seinen Börsengang. Die anvisierte Bewertung liegt bei gigantischen 1,75 Billionen US-Dollar.

Für Scottish Mortgage steht extrem viel auf dem Spiel. SpaceX macht 21 Prozent des gesamten Portfolios aus. Das entspricht einem Wert von rund 3,5 Milliarden Pfund. Ein erfolgreiches Debüt würde dieses Klumpenrisiko über Nacht in einen liquiden Vermögenswert verwandeln. Ein Fehlstart würde den Fonds hingegen massiv belasten.

Gegenwind aus den USA und eine ungedeckte Dividende

Zuletzt geriet das Portfolio bereits unter Druck. Ein starker US-Arbeitsmarktbericht dämpfte die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen. Tech-Schwergewichte wie Nvidia und Meta verbuchten deutliche Verluste.

An der Börse notiert Scottish Mortgage aktuell bei 16,66 Euro. Auf Jahressicht steht zwar noch ein Plus von knapp 20 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 19,50 Euro hat sich der Kurs aber spürbar entfernt.

Heute markiert zudem den Ex-Dividenden-Tag. Aktionäre erhalten eine Schlussdividende von 2,97 Pence. Ein Detail sorgt hier für Stirnrunzeln. Die Gesamtausschüttung von 49,6 Millionen Pfund übersteigt den Nettogewinn von 25,6 Millionen Pfund deutlich.

Weichenstellung im Juli

Die strategische Ausrichtung steht am 2. Juli auf der Hauptversammlung zur Abstimmung. Das Management will die Obergrenze für nicht börsennotierte Beteiligungen anheben. Aktuell liegt das Limit bei 30 Prozent. Durch die hohe SpaceX-Bewertung hat der Fonds diese Marke bereits überschritten.

Große Investoren positionieren sich bereits für diesen Umbau. Mitsubishi UFJ Asset Management hat Anfang Juni die Meldeschwelle von drei Prozent überschritten. Am Freitag entscheidet nun der SpaceX-Börsengang, ob sich dieses Vertrauen kurzfristig auszahlt.

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