Scottish Mortgage: 43 Jahre Dividendenserie

Der britische Investment Trust hält seine beeindruckende Dividendenserie und profitiert von Spekulationen um einen SpaceX-Börsengang.

Die Kernpunkte:
  • Seit 43 Jahren steigende Ausschüttung
  • Dividendenplus von 4,3 Prozent geplant
  • SpaceX als Kurstreiber im Portfolio
  • Aktienrückkäufe gegen Bewertungsabschlag

Ein Investmentvehikel, das seit 43 Jahren ununterbrochen seine Dividende steigert — das ist selbst unter britischen Trusts eine Seltenheit. Scottish Mortgage Investment Trust trägt genau deshalb den Titel „Dividend Hero“. Die Aktie zieht am Mittwoch um 2,17 Prozent auf 17,15 Euro an und nähert sich damit einem wichtigen Termin: der Hauptversammlung im Juli 2026 in Edinburgh.

Der aktuelle Kurs liegt knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 17,01 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 5,60 Prozent zu Buche. Die letzten 30 Tage zeigen dagegen ein Minus von 4,78 Prozent — ein Muster, das zur hohen Schwankungsbreite des Trusts passt. Seit Jahresbeginn bleibt die Bilanz mit 23,47 Prozent klar positiv.

Dividende steigt, Serie hält

Auf der Hauptversammlung stimmen die Aktionäre über den Vorschlag zur Schlussdividende ab. Der Trust will die Gesamtausschüttung für das abgelaufene Geschäftsjahr um 4,3 Prozent auf 4,57 Pence je Aktie anheben. Die Auszahlung der Schlussdividende ist für Juli 2026 vorgesehen.

Damit bleibt Scottish Mortgage in einer exklusiven Gruppe von Investmentvehikeln, die ihre Ausschüttung seit mindestens zwei Jahrzehnten jährlich erhöhen. 43 Jahre in Folge — diese Kontinuität sticht auch in einem Portfolio hervor, das sonst für hochspekulative Wachstumswetten bekannt ist.

SpaceX treibt die Erholung

Ein zentraler Faktor hinter der jüngsten Kurserholung: die Stimmung rund um SpaceX. Das Raumfahrtunternehmen zählt zu den größten nicht-börsennotierten Positionen im Portfolio. Berichten zufolge bereitet sich SpaceX auf eine Aufnahme in den Nasdaq 100 vor.

Ein solcher Schritt würde systematische Käufe über Indexfonds auslösen. Scottish Mortgage könnte davon überdurchschnittlich profitieren — schließlich hält der Trust eine substanzielle Beteiligung an SpaceX. Die Fondsmanager Tom Slater und Lawrence Burns verweisen daneben auf „Portfolio-Schnäppchen“ im börsennotierten Technologiesektor.

Meta Platforms, Amazon und Taiwan Semiconductor gehören laut jüngsten Berichten zu den wichtigsten Kurstreibern. Slater und Burns sehen in diesen Unternehmen zentrale Profiteure des Ausbaus der KI-Infrastruktur.

Rückkäufe gegen den Abschlag

Scottish Mortgage notiert traditionell mit einem Abschlag zum Nettoinventarwert. Um diese Lücke zu schließen, kauft der Trust seit dem Sommer 2026 aktiv eigene Aktien zurück. Das Ziel: mehr Liquidität im Handel und ein höherer Wert für bestehende Aktionäre.

Die laufenden Kosten des Trusts liegen bei etwa 0,33 Prozent — ein vergleichsweise günstiger Wert für ein aktiv gemanagtes Vehikel mit Zugang zu nicht-börsennotierten Wachstumsfirmen. Die Volatilität bleibt mit knapp 38 Prozent auf Jahressicht hoch. Wer in Scottish Mortgage investiert, kauft damit weiterhin ein Konzentrat aus Technologiewetten und einer der längsten Dividendenserien am britischen Markt.

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