Scottish Mortgage: 4,57 Pence zum 43. Mal erhöht
Der Scottish Mortgage Trust erwartet den SpaceX-Börsengang und erhöht die Dividende. Zugleich wechselt er von Aktienrückkäufen zu Emissionen.

- SpaceX-IPO rückt näher
- 43. Jahr mit steigender Dividende
- Wechsel von Rückkauf zu Aktienemission
- Abstimmung über Private-Investitionsgrenze
Der Scottish Mortgage Investment Trust steht vor einer Woche, die richtungsweisend sein könnte. Am Freitag schloss der Anteilsschein bei 17,10 Euro – ein Minus von 3,88 Prozent an einem Tag und 5,39 Prozent in sieben Tagen. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie dennoch 23,11 Prozent im Plus. Das 52-Wochen-Hoch von 19,50 Euro vom Mai ist in greifbarer Nähe, aber aktuell nicht.
Zwei fixe Termine dominieren den Kalender: das Ex-Dividenden-Datum und der erwartete Börsengang von SpaceX. Beide fallen in dieselbe Woche.
SpaceX-IPO rückt näher
Der Trust hat den Wert seiner SpaceX-Beteiligung nach oben angepasst. Grund seien die starke operative Entwicklung des Raumfahrtunternehmens. Die Bewertung erfolgt durch das Baillie-Gifford-Valuationsteam gemeinsam mit S&P Global – auf Basis verifizierter Transaktionen, nicht auf Pressespekulationen.
Spacex-Chef Elon Musk hatte den Börsengang im April offiziell eingereicht. Bestehende Anteilseigner wie Scottish Mortgage unterliegen nach dem Listing einer üblichen Lock-up-Periode. Der Trust kann sein Investment also nicht sofort verkaufen.
Dividende steigt zum 43. Mal
Die Gesamtdividende erhöht sich um 4,3 Prozent auf 4,57 Pence je Anteil. Die Schlussdividende von 2,97 Pence wird am 10. Juli ausgezahlt. Wer sie erhalten will, muss die Papiere vor dem Ex-Tag am 11. Juni kaufen. Es ist das 43. Jahr in Folge mit einer steigenden Ausschüttung – eine bemerkenswerte Serie.
Trust wechselt von Rückkauf zu Emission
In zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen verkaufte Scottish Mortgage eigene Aktien aus dem Bestand – jeweils mit einem Aufschlag zum Nettoinventarwert. Am 1. Juni waren es 2,35 Millionen Stücke zu 1.516,50 Pence, tags darauf 3,85 Millionen zu 1.545,42 Pence. Der NAV lag zu diesem Zeitpunkt bei 1.409,70 Pence.
Nach monatelangen Aktienrückkäufen hat der Trust also die Richtung gewechselt. Der Kurs reagierte mit einem deutlichen Rücksetzer. Das Management will sich Spielraum verschaffen, um seine privaten Beteiligungen weiter zu unterstützen – der SpaceX-IPO und das hohe Gewicht in der Bilanz erhöhen den Druck.
Hauptversammlung: Abstimmung über Private-Grenze
Am 2. Juli stimmen die Aktionäre über eine Erhöhung der Obergrenze für Privatinvestitionen ab. Derzeit liegt sie bei 30 Prozent des Gesamtvermögens. Das Unternehmen will zusätzliche 250 Millionen Pfund in private Unternehmen stecken können. Der Grund: Späte Finanzierungsrunden sind attraktiv, aber zeitkritisch. Ohne mehr Flexibilität droht Verwässerung.
Private Firmen machen inzwischen einen deutlich größeren Anteil am Portfolio aus als die erlaubten 30 Prozent. Die Abstimmung wird damit zur Governance-Frage.
Konzentrationsrisiko bleibt zentral
Im Geschäftsjahr bis März 2026 legte der NAV um 27,4 Prozent zu, die Aktie um 26,8 Prozent. Beides liegt klar über dem FTSE-All-World-Index mit 18 Prozent. Die Finanzposition ist solide: Die Verschuldung sank leicht auf rund 11 Prozent, die Kosten für Fremdkapital liegen bei etwa 3,6 Prozent.
Das größte Risiko bleibt die Konzentration auf einen einzigen nicht börsennotierten Namen. Ein erfolgreicher SpaceX-IPO könnte die Privatanlagestrategie des Trusts glänzend bestätigen. Doch sobald die Aktie an der Börse notiert, wird die Beteiligung täglich zum Marktwert bewertet. Die Transparenz, die Kritiker lange forderten, kommt genau in dem Moment, in dem der Kurs bereits unter Druck steht.
Was die Woche bringt
Die kommenden Tage haben es in sich. Der SpaceX-IPO-Preisprozess, der Ex-Dividenden-Tag am 11. Juni und die Frage, ob sich der Abschlag zum NAV nach dem jüngsten Kursrutsch wieder schließt. Für Anleger wird es eine dichte Woche – mit Entscheidungen, die weit über die kommenden Tage hinauswirken.
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