Scottish Mortgage: 500.000 Aktien zurückgekauft

Der Trust setzt Aktienrückkäufe fort, um den Abschlag zum Nettoinventarwert zu verringern. Analysten warnen vor KI-Überbewertung.

Die Kernpunkte:
  • Weitere 500.000 Anteile zurückgekauft
  • Abschlag zum Nettoinventarwert bleibt
  • EZB warnt vor KI-Investitionsblase
  • Aktie seit Jahresbeginn 23% im Plus

Scottish Mortgage Investment Trust (STMZF) hat den Rückkauf eigener Anteile fortgesetzt. Am Freitag erwarb die Investmentgesellschaft weitere 500.000 Aktien zu einem Preis von 1.458,92 Pence pro Stück. Diese Maßnahme ist Teil der Strategie, den Abstand zwischen dem Börsenkurs und dem Nettoinventarwert der im Portfolio enthaltenen Beteiligungen zu verringern.

Nach Abschluss dieser Transaktion hält der Trust nun 420.589.343 Aktien in seinem Treasury-Bestand. Die Gesamtzahl der am Markt befindlichen Anteile beläuft sich damit auf 1.064.191.537 Stück. Solche Rückkäufe werden von Anlegern häufig als Signal gewertet, dass das Management die eigene Aktie auf dem aktuellen Niveau für unterbewertet hält.

Deutlicher Abschlag zum fairen Portfolio-Wert

Daten zum Stichtag Donnerstag unterstreichen diese Einschätzung. Laut Meldungen der Investmentgesellschaft lag der Nettoinventarwert auf Basis fairer Marktwerte bei 1.574,47 Pence. Verglichen mit dem Transaktionspreis beim jüngsten Rückkauf von knapp 1.459 Pence zeigt sich eine signifikante Lücke zwischen dem Preis an der Börse und dem berechneten Wert der Anlagen.

Dieser Nettoinventarwert wird wöchentlich auf Grundlage der Richtlinien der International Private Equity and Venture Capital Valuation (IPEV) berechnet. Dabei werden insbesondere langfristige Kredite zum fairen Wert angesetzt, während kurzfristige Verbindlichkeiten zum Nennwert einfließen.

Die Bewertung des Portfolios, das zu einem beträchtlichen Teil aus privaten, nicht börsennotierten Unternehmen besteht, unterliegt damit einer regelmäßigen internen Prüfung.

Warnsignale im Umfeld der Technologie-Investments

Das Marktumfeld für technologieorientierte Investoren zeigt sich derzeit gespalten. Während Nvidia von den Analysten der BMO Capital Markets am Freitag als „Top Pick“ mit einem Kursziel von 340 US-Dollar eingestuft wurde, mehren sich kritische Stimmen zum übergeordneten Sektor. Die Experten verwiesen darauf, dass die Systeme des Chip-Herstellers für die kommenden 12 Monate bereits voll ausgebucht seien.

Auf der anderen Seite mahnen Institutionen zur Vorsicht. In einer am Montag veröffentlichten Analyse warnte die Europäische Zentralbank vor einer möglichen Investitionsblase im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Die Währungshüter verwiesen auf überhöhte Bewertungen und das Risiko einer Marktkorrektur, die über passive Fonds auch europäische Märkte treffen könnte. Zudem wurde die strategische Abhängigkeit von US-Halbleitern thematisiert.

Passend zu dieser vorsichtigen Haltung wurde bekannt, dass der Hedgefonds Citadel im August über 80 Prozent seiner Positionen veräußert hat, die aus einer Übernahme im Bereich KI-fokussierter Wetten stammten.

Die Transaktionen umfassten mehr als 100 Block-Trades mit einem Volumen von über 4 Milliarden US-Dollar. Diese Risikoreduzierung folgte auf einen volatilen Juli, in dem spezialisierte Portfolios teilweise deutliche Verluste hinnehmen mussten.

Kursentwicklung und Jahresbilanz

Trotz der Diskussionen um eine mögliche Überhitzung im Tech-Sektor blickt Scottish Mortgage auf ein bisher erfolgreiches Jahr zurück. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 16,80 € und weist damit seit Jahresanfang ein Plus von 23 % auf. Damit gehört der Wert zu den stabilen Performer im laufenden Turnus.

Dennoch notiert das Papier weiterhin mit einem Abstand von 14 % unter seinem 52-Wochen-Hoch. Für Anleger bleibt die Entwicklung des Abschlags zum Nettoinventarwert die entscheidende Kennzahl, während das Management durch die fortlaufenden Rückkäufe versucht, die Bewertung am Markt zu stützen und die Auswirkungen der Sektor-Volatilität abzufedern.

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