Scottish Mortgage: Aktionäre erlauben 250 Millionen für Private Equity
Der Investment-Trust emittiert massiv neue Aktien, angetrieben durch KI-Fantasie und hohe Nachfrage. Der Kurs erreichte ein neues Jahreshoch.

- Fast tägliche Neuemissionen von Aktien
- Starke Nachfrage übersteigt Angebot
- KI-Wette treibt Kurs auf Jahreshoch
- Hoher Anteil privater Beteiligungen
Scottish Mortgage vollzieht eine radikale Kehrtwende. Vor zwei Jahren steckte der Trust noch drei Milliarden Pfund in Aktienrückkäufe. Heute druckt die Gesellschaft fast täglich neue Papiere. Die Nachfrage der Anleger übersteigt das Angebot massiv.
Neue Aktien am Fließband
Seit Mitte Mai gibt das Management in hohem Tempo eigene Bestände aus. Am 20. Mai flossen 2,4 Millionen Aktien zu 1.466 Pence an den Markt. Zwei Tage später folgten weitere 2,25 Millionen Stück.
Käufer zahlen dabei stets einen Aufschlag auf den Nettoinventarwert. Die Gesamtzahl der ausstehenden Papiere klettert damit auf rund 1,1 Milliarden.
Diese starke Nachfrage spiegelt sich im Chart wider. Gestern markierte das Papier bei 18,85 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Heute fällt der Kurs zwar um knapp vier Prozent. Seit Jahresbeginn bleibt dennoch ein sattes Plus von rund 30 Prozent.
KI-Fantasie und private Einhörner
Ein zentraler Treiber der jüngsten Rallye heißt Arm Holdings. Die Aktie des Chipdesigners schoss innerhalb einer Woche um fast 47 Prozent nach oben. Auf Jahressicht steht ein Gewinn von 180 Prozent.
Für Scottish Mortgage ist das Teil einer größeren Wette auf kapitalintensive KI-Infrastruktur. Neben Nvidia zählen TSMC, Amazon und Meta zu den größten börsennotierten Positionen. Der Fokus liegt klar auf den USA und Asien.
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal bildet der Private-Equity-Anteil. Rund 40 Prozent der Vermögenswerte stecken in nicht börsennotierten Unternehmen. Hier finden sich Namen wie SpaceX, ByteDance und Anthropic.
Besonders Anthropic liefert laut Management ein beispielloses Wachstum im B2B-Softwarebereich. Um diesen Sektor weiter auszubauen, haben die Aktionäre im April einer Regeländerung zugestimmt. Der Trust darf nun zusätzliche 250 Millionen Pfund in private Firmen investieren.
Hauptversammlung mit Personalwechsel
Am 2. Juli treffen sich die Aktionäre zur Hauptversammlung in Edinburgh. Auf der Agenda steht eine Abschlussdividende von 2,79 Pence je Aktie. Der Ex-Dividenden-Tag fällt auf den 15. Juni.
Die magere Rendite von 0,32 Prozent unterstreicht den Charakter als reines Wachstumsvehikel. Personell gibt es ebenfalls Bewegung. Professor Maxwell verlässt den Verwaltungsrat, Heather Manners rückt nach.
Das Portfolio bleibt hochkonzentriert. Fast 60 Prozent der Mittel fließen in den US-Markt. Die aktuelle Emissionsstrategie funktioniert nur, solange die KI-Euphorie anhält. Dreht die Stimmung im Technologiesektor, dürfte der Aufschlag auf den Nettoinventarwert rasch schmelzen.
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