Scottish Mortgage: Alphabet um 862.000 Aktien aufgestockt
Der Fonds setzt auf KI-Infrastruktur und baut Alphabet massiv aus, während Tesla komplett abgestoßen wird. SpaceX bleibt die größte Position.

- Alphabet-Anteile um 44 Prozent erhöht
- Kompletter Tesla-Ausstieg nach 13 Jahren
- SpaceX bleibt größte Einzelposition
- Aktie legt seit Jahresbeginn 23 Prozent zu
Der Scottish Mortgage Investment Trust richtet seine Anlagestrategie grundlegend neu aus und setzt verstärkt auf die Infrastruktur der künstlichen Intelligenz sowie auf etablierte Technologiegiganten. Wie aus am heutigen Sonntag veröffentlichten Unterlagen des Investmentmanagers Baillie Gifford hervorgeht, wurde die Position in der Google-Mutter Alphabet im zweiten Quartal massiv ausgebaut.
Die Aufstockung um 862.000 Aktien entspricht einer Steigerung von 44 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Damit unterstreicht die Fondsführung ihre Strategie, verstärkt von der Marktmacht der sogenannten Mega-Caps im Technologiesektor zu profitieren.
Abschied von Tesla und Fokus auf KI-Infrastruktur
Parallel zum Ausbau der Alphabet-Position vollzieht das Management eine historische Wende im Portfolio. In einem am Freitag veröffentlichten Update für das zweite Quartal bestätigte die Fondsleitung die vollständige Veräußerung sämtlicher Anteile am Elektroauto-Pionier Tesla. Damit endet eine über 13-jährige Beteiligung an dem Unternehmen, das lange Zeit als eine der Kernpositionen des Trusts galt.
Die Entscheidung spiegelt eine Verschiebung der Prioritäten wider: Statt auf die individuelle Mobilität fokussiert sich der Trust nun verstärkt auf den rasant steigenden Energiebedarf, der durch den Ausbau der künstlichen Intelligenz (KI) getrieben wird.
Das Management identifizierte hierbei neue Gelegenheiten in Unternehmen, die Lösungen für die Stromversorgung und Kühlung von Rechenzentren anbieten. Diese strukturellen Verschiebungen stehen auch im Mittelpunkt der geplanten digitalen Konferenz am 23. September, bei der unter anderem Experten wie Hannah Fry und Ethan Mollick über die Auswirkungen der KI auf industrielle Abläufe diskutieren werden.
Flankiert wurde die operative Strategie am Freitag durch die Fortsetzung des laufenden Kapitalmanagements: Der Trust erwarb 500.000 eigene Aktien zu einem Preis von je 1.458,92 Pence, um diese im Bestand zu halten.
Die Rolle von SpaceX als Schwergewicht
Trotz der Verkäufe im Bereich der Elektromobilität bleibt das Engagement in der privaten Raumfahrt ein dominanter Faktor für die Wertentwicklung. SpaceX ist mit einem Anteil von 18,1 Prozent am Gesamtvermögen (Stand Ende Juli 2026) weiterhin die größte Einzelposition im Portfolio.
Am Donnerstag lief zudem eine wichtige Sperrfrist für Insider-Aktien des Raumfahrtunternehmens ab, wodurch ein zweites Tranche von 319 Millionen Anteilen für den Handel freigegeben wurde.
Medienberichten zufolge profitierte der Trust zuletzt von der Erholung der SpaceX-Notierungen an der Nasdaq, die nach ihrem Börsengang im Juni wieder über das Niveau von 135 US-Dollar gestiegen sind. Dies wirkte stabilisierend auf den Kurs des Scottish Mortgage Investment Trust, nachdem schwächere US-Arbeitsmarktdaten Anfang August die Erwartung sinkender Zinsen genährt und damit eine allgemeine Rallye bei Wachstumswerten ausgelöst hatten.
Marktlage und technischer Ausblick
An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt stabil. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 16,80 Euro. Damit konnte der Wert seine positive Tendenz seit Jahresbeginn behaupten und verzeichnet für diesen Zeitraum ein Plus von 23 Prozent.
Auch technisch hat sich das Bild aufgehellt: Mit dem aktuellen Kursniveau notiert das Papier 2,1 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage, was Chartanalysten häufig als kurzfristiges Stärkesignal werten.
Trotz kurzzeitiger Gewinnmitnahmen und einer Rotation der Anleger in Richtung des Energiesektors bleibt das Vertrauen in die langfristigen Wachstumstreiber des Portfolios bestehen. Die Analysten beobachten dabei genau, wie sich die Neugewichtung zwischen börsennotierten Technologiewerten und privaten Beteiligungen wie SpaceX auf die Volatilität des Trusts auswirkt.
Die kommenden Wochen dürften im Zeichen der Vorbereitung auf die Strategiekonferenz im September stehen, bei der das Management weitere Details zur Identifikation künftiger Wachstumsfelder präsentieren will.
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