Scottish Mortgage: SpaceX-Verkäufe ab 6. August

SMIT kann ab Donnerstag erste SpaceX-Anteile verkaufen. SpaceX meldet 92 Prozent Umsatzplus, bleibt aber trotz Milliardeninvestitionen in KI defizitär.

Die Kernpunkte:
  • Lockup-Ende für SpaceX-Anteile
  • Umsatzsprung um 92 Prozent
  • Nettoverlust trotz Milliardeninvestitionen
  • SMIT-Aktie legt um 2,37 Prozent zu

Ab dem morgigen Donnerstag könnte sich das Portfolio des Scottish Mortgage Investment Trust (SMIT) signifikant verändern. Nach dem Ende einer vertraglichen Sperrfrist erhält die Investmentgesellschaft die Möglichkeit, einen ersten Teil ihrer Beteiligung am Raumfahrtunternehmen SpaceX zu veräußern. SMIT, die einen Anteil von 19,3 Prozent an dem von Elon Musk gegründeten Unternehmen hält, darf ab dem 6. August bis zu 20 Prozent dieser Position auf den Markt bringen.

Starke Umsatzsprünge bei hohen Investitionen

Die Nachricht über die auslaufende Haltefrist fällt mit der Vorlage der jüngsten Geschäftszahlen von SpaceX zusammen. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal 2026 einen massiven Umsatzanstieg um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar. Damit wurden die Erwartungen des Marktes, die bei rund 6,8 Milliarden US-Dollar gelegen hatten, deutlich übertroffen. Besonders das Satellitengeschäft Starlink trug zum Wachstum bei; die Zahl der Abonnenten verdoppelte sich innerhalb eines Jahres auf 12 Millionen.

Trotz des starken Wachstums verbuchte SpaceX unter dem Strich einen Nettoverlust von 541 Millionen US-Dollar. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die massiven Kapitalausgaben, die sich im Berichtsquartal auf 18,4 Milliarden US-Dollar beliefen. Ein Großteil dieser Mittel floss in den Bereich Künstliche Intelligenz sowie in Rechenzentren. CEO Bret Johnsen stellte zudem in Aussicht, dass der annualisierte Umsatz des Unternehmens bis zum Jahresende die Marke von 100 Milliarden US-Dollar erreichen könnte.

Belastungsprobe durch Lockup-Ende

Die Reaktion der Anleger auf die Kombination aus operativem Fortschritt und extrem hohen Ausgaben fiel verhalten aus. Während das Unternehmen beim Umsatz glänzte, belastet der bevorstehende „Lockup-Expiry“ die Stimmung. Am morgigen Donnerstag werden insgesamt rund 911,5 Millionen SpaceX-Aktien von frühen Investoren und Mitarbeitern für den Handel frei. Dies könnte den Anteil der frei handelbaren Aktien am Markt mehr als verdoppeln und sorgt kurzfristig für Verkaufsdruck.

In diesem Marktumfeld zeigt sich die Aktie des Scottish Mortgage Investment Trust am heutigen Mittwoch jedoch freundlich. Das Papier notiert aktuell bei 16,20 Euro, was einem Tagesplus von 2,37 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn konnte der Wert damit eine positive Performance von 18,33 Prozent erzielen. Beobachter blicken nun gespannt darauf, ob das Management von Scottish Mortgage die Gelegenheit nutzen wird, Gewinne aus der SpaceX-Position zu realisieren, oder ob es trotz der kurzfristigen Preisschwankungen am langfristigen Potenzial festhält.

Strategische Bedeutung und Ausblick

Die Beteiligung an SpaceX gilt als einer der wichtigsten Pfeiler im Portfolio des Trusts. Analysten wie Gene Munster bezeichnen die jüngsten Quartalsergebnisse trotz der hohen Kosten als herausragend, auch wenn der Markt derzeit skeptisch auf die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz reagiert. Die hohen Ausgaben für xAI und die Partnerschaft mit Nvidia für KI-Chips werden von der Führung des Unternehmens als notwendige Schritte für die langfristige Wachstumsstrategie verteidigt.

Für die Anleger von Scottish Mortgage bleibt die Frage der Kapitalallokation zentral. Sollte der Trust Anteile verkaufen, stünden erhebliche liquide Mittel für neue Investitionen oder potenzielle Aktienrückkäufe zur Verfügung. Die verbleibenden Sperrfristen für die restlichen SpaceX-Anteile im Besitz von SMIT laufen gestaffelt bis Mitte 2027 aus. Bis dahin könnten weitere Tranchen für den Handel freigegeben werden, sofern bestimmte Kursmarken erreicht werden.

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