Scottish Mortgage: SpaceX wächst auf 19 Prozent
Der FTSE-100-Trust emittiert neue Aktien dank steigender Nachfrage. SpaceX dominiert mit 19% das Portfolio vor dem geplanten Börsengang.

- Nettoinventarwert steigt um 27,4 Prozent
- SpaceX-Anteil erreicht 19 Prozent
- Kapitalerhöhung statt Aktienrückkäufe
- Börsengang von SpaceX für Juni geplant
Scottish Mortgage dreht die Logik der vergangenen Jahre um. Nach einer langen Phase aggressiver Rückkäufe gibt der FTSE-100-Trust wieder neue Aktien aus. Der Grund ist ebenso simpel wie heikel: Die Nachfrage kehrt zurück, während SpaceX im Portfolio immer größer wird.
Comeback nach der Wachstumsdelle
Im Geschäftsjahr bis zum 31. März 2026 erzielte der Nettoinventarwert eine Gesamtrendite von 27,4 Prozent. Der Trust rechnete dabei mit fair bewerteten Verbindlichkeiten.
Damit lag Scottish Mortgage klar vor dem FTSE All-World Index, der auf 18,0 Prozent kam. Die Aktie selbst erreichte eine Gesamtrendite von 26,8 Prozent.
Der Kurs hat die Hochs von November 2021 wieder erreicht. Damit ist der Einbruch nach der Wachstumsaktien-Korrektur von 2022 rechnerisch aufgeholt.
Auch die Bilanzbasis ist größer geworden. Das Aktionärsvermögen stieg auf 13,8 Milliarden Pfund, nach rund 12,1 Milliarden Pfund ein Jahr zuvor.
SpaceX wird zum Taktgeber
Der wichtigste Performance-Treiber war SpaceX. Nach einer deutlichen Aufwertung steht die Beteiligung nun für rund 19 Prozent des Portfolios.
Verwaltungsratschef Christopher Samuel nennt die Position „ungewöhnlich konzentriert“. Das ist keine Nebensache.
Portfoliomanager Tom Slater verweist vor allem auf Starlink. Die Satellitensparte gleiche einer globalen Versorgungsinfrastruktur für Konnektivität, jedoch mit Margen wie ein Softwaregeschäft.
Die Bewertung könnte bald einen öffentlichen Prüfstein bekommen. SpaceX hat einen Börsengang für Juni 2026 eingereicht und peilt eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar an.
Vom Rückkauf zur Ausgabe
Die Kapitalpolitik markiert den klarsten Stimmungswechsel. Statt eigene Aktien einzuziehen, nutzt Scottish Mortgage nun die Nachfrage und gibt Papiere aus dem Bestand aus.
Am 21. Mai 2026 platzierte der Trust 2,2 Millionen Aktien zu 1.476,17 Pence je Stück. Der Preis lag über dem aktuellen Nettoinventarwert.
Ende März lag der Abschlag zum NAV noch bei rund 9,5 Prozent. Nach dem Bilanzstichtag handelte die Aktie dagegen häufiger mit leichter Prämie.
Der Verwaltungsrat schafft auch mehr Spielraum für private Beteiligungen. Künftig stehen weitere 250 Millionen Pfund für Folgeinvestitionen in außergewöhnliche Privatunternehmen bereit.
Das passt zum aktuellen Portfolio. Im Geschäftsjahr flossen 254 Millionen Pfund in private Firmen, nach 132 Millionen Pfund im Vorjahr.
Der Trust senkte den Verschuldungsgrad auf 11 Prozent, nach 13 Prozent im Vorjahr. Die laufenden Kosten blieben bei 0,33 Prozent.
Die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten liegen bei rund 3,6 Prozent. Der Vorstand schlägt eine Schlussdividende von 2,97 Pence vor.
Für das Gesamtjahr wären es 4,57 Pence je Aktie. Das entspräche einem Plus von 4,3 Prozent und dem 43. Jahr mit steigendem Ausschüttungsbetrag.
Neben SpaceX setzt Scottish Mortgage stark auf KI-Infrastruktur und Gesundheitsinnovation. Zu den großen privaten Positionen zählen ByteDance, Stripe und Anthropic.
Der nächste Katalysator liegt klar im SpaceX-Börsengang im Juni. Ein hoher IPO-Preis würde die Bewertung des größten Portfoliobausteins stützen. Eine schwächere Erstnotiz hätte dagegen direkte Folgen für den Trust, weil die Konzentration inzwischen außergewöhnlich hoch ist.
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