Scout24 Aktie: Ohne Spanien klettert die Marge

Scout24 steigert den Quartalsumsatz und die organische Marge, während der Nettogewinn sinkt und das Umsatzziel am oberen Spannenrand liegt.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz steigt um 19,7 Prozent
  • Privatkundengeschäft gewinnt 16.300 Abonnenten
  • Organische Marge verbessert sich auf 63,3 Prozent
  • Nettogewinn fällt um 30 Prozent

Scout24 hat heute solide Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorgelegt und die Umsatzprognose am oberen Ende der bisherigen Spanne konkretisiert. Besonders das Privatkundengeschäft gewinnt an Dynamik. Bei der Profitabilität müssen Anleger allerdings unterscheiden: Während die organische Marge steigt, sinkt die berichtete Marge einschließlich der Spanien-Zukäufe.

Privatkundengeschäft gewinnt an Schwung

Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal 2026 um 19,7 % auf 198,2 Millionen Euro. Ohne Zukaufseffekte betrug das Wachstum 10,1 %.

Damit beruht die Expansion nicht allein auf Übernahmen. Auch das bestehende Geschäft wächst deutlich. Im Privatkundensegment beschleunigte sich die Entwicklung sowohl bei den Abonnenten als auch beim durchschnittlichen Umsatz je Abonnent.

Der Privatkundenumsatz legte um 10,5 % auf 51,6 Millionen Euro zu. Zugleich gewann Scout24 im Quartal 16.300 private Abonnenten hinzu.

Die stärkere Abonnentenentwicklung geht mit höheren Erlösen je Kunde einher. Das gibt dem Wachstum eine breitere Grundlage als ein ausschließlich durch zusätzliche Nutzer getriebener Anstieg.

Der durchschnittliche Umsatz je Privatkunden-Abonnent erhöhte sich um 8,9 %. Im größeren Geschäftskundensegment stiegen die Erlöse um 23,3 % auf 146,7 Millionen Euro.

Auch im deutschen Abonnementgeschäft mit Geschäftskunden meldete Scout24 steigende Umsätze und Kundenzahlen. Das Wachstum verteilt sich damit auf beide Segmente, wobei das Geschäftskundensegment weiterhin den größeren Umsatzbeitrag liefert.

Organische Marge steigt trotz berichteten Rückgangs

Das EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit erhöhte sich im dritten Quartal 2026 um 15,9 % auf 120,8 Millionen Euro. Die berichtete Marge lag bei 60,9 %.

Das operative Ergebnis wuchs damit langsamer als der Umsatz. Für die Einordnung ist jedoch die Trennung zwischen der berichteten Entwicklung und dem Geschäft ohne Spanien-Zukaufseffekte entscheidend.

Organisch erreichte die Marge 63,3 % und verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte. Für das Schlussquartal erwartet Scout24 eine stärkere organische Margenausweitung.

Der positive operative Verlauf gilt allerdings nicht für jede Ergebniskennzahl. Unter dem Strich blieb weniger Gewinn übrig als im Vorjahresquartal.

Der Nettogewinn sank um 30 % auf 71,1 Millionen Euro. Das relativiert das Bild der kräftig wachsenden Umsätze und des steigenden operativen Ergebnisses.

Umsatzziel konkretisiert, Analysten bleiben positiv

Für 2026 erwartet Scout24 nun rund 18 % Umsatzwachstum statt der bisherigen Spanne von 16–18 %. Aus den Spanien-Zukäufen sollen dabei 7–8 Prozentpunkte stammen.

Die Konkretisierung bedeutet somit keine Prognose oberhalb des bisherigen Korridors. Scout24 peilt dessen oberen Rand an; zugleich fällt der erwartete Beitrag der Übernahmen höher aus als zuvor.

Die Margenziele bleiben unverändert: berichtet bis zu 61 % und organisch bis zu 64 %. An der Börse werden die Zahlen positiv aufgenommen; die Aktie gewinnt heute 5,2%.

Die Analysten sehen ebenfalls ein solides Quartal. Dabei stützen sich ihre Einschätzungen vor allem auf die leicht über den Erwartungen liegenden Geschäftszahlen.

Jefferies-Analyst Giles Thorne bestätigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 102,50 Euro. Umsatz und bereinigtes operatives EBITDA hätten die Erwartungen etwas übertroffen.

Bernstein Research bleibt ebenfalls positiv. Analystin Annick Maas bestätigte die überdurchschnittliche Einstufung und das Kursziel von 90 Euro. Das Erreichen des oberen Prognoserands dürfte ihrer Einschätzung nach die Marktstimmung stützen.

Für Anleger liegt der entscheidende Prüfstein nun bei der angekündigten organischen Margenausweitung im Schlussquartal. Sie würde zeigen, dass Scout24 das Wachstum im bestehenden Geschäft auch in eine höhere operative Profitabilität übersetzen kann.

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