Seagate Technology Aktie: TDK-Gerücht sorgt für Verwirrung

Toshiba und Japan Industrial Partners widersprechen dem Bericht; ob Seagate für TDKs Festplatten-Kopfgeschäft geboten hat, bleibt ungeklärt.

Die Kernpunkte:
  • Toshiba weist Bericht über Bieterkampf zurück
  • Seagates mögliches Angebot bleibt unbestätigt
  • Aktie vorbörslich rund 1,7 Prozent schwächer
  • Quartalszahlen werden um den 28. Oktober erwartet

Seagate soll um das Festplatten-Kopfgeschäft von TDK mitbieten, und zwar im Wettstreit mit Toshiba. Wenige Stunden nach dem Bericht dementierte Toshiba. Die Meldung wirft damit mehr Fragen auf, als sie beantwortet.

Was berichtet wurde

Demnach konkurrieren Seagate und Toshiba um die Sparte für magnetische Schreib-Lese-Köpfe von Festplatten. Der Deal könnte mehrere Milliarden Dollar schwer sein. Toshiba habe im Frühjahr Gespräche mit TDK aufgenommen, Seagate im Sommer ein höheres Angebot vorgelegt.

Strategisch wäre der Schritt nachvollziehbar. TDK ist der einzige unabhängige Hersteller solcher Köpfe und beliefert Seagate, Toshiba und Western Digital gleichermaßen. Wer die Sparte kontrolliert, gewinnt Einfluss auf eine zentrale Komponente der gesamten Branche. Beide Interessenten wollen vom rasant wachsenden Bedarf an Speichern für KI-Rechenzentren profitieren.

Toshiba widerspricht

Ein Toshiba-Sprecher nannte den Bericht „inkonsistent“ mit dem eigenen Kenntnisstand. Auch Japan Industrial Partners, der wichtigste Geldgeber von Toshiba, widersprach. Dreiergespräche zwischen Toshiba, TDK und Seagate habe es nicht gegeben. Ob Seagate tatsächlich ein Angebot abgegeben hat, ist damit offen.

Die Aktie reagierte zunächst vorbörslich mit einem Minus von rund 1,7 Prozent. Dabei hatte der Titel am Vortag gut 4 Prozent zugelegt und bei etwa 887 Dollar geschlossen. Die großen US-Indizes lagen zeitgleich im Plus, der Druck kam also von Seagate selbst.

Angeschlagenes Sentiment

Der Kurs hat die Delle der vergangenen Tage noch nicht ganz ausgebügelt. Am 2. Oktober hatten Berichte über Toshibas Pläne gedrückt, die Fertigungskapazität für KI-Festplatten bis zum Geschäftsjahr 2027 grob zu verdoppeln. Morgan Stanley und Bernstein hielten die Reaktion anschließend für übertrieben und stützten die Erholung am Montag.

Hinzu kommen Aktienverkäufe des Konzernchefs im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans nach Rule 10b5-1. Solche Pläne sind üblich, dennoch beobachtet der Markt die Insiderverkäufe vor den Zahlen genau. Das Hoch der vergangenen 52 Wochen liegt bei 1.145 Dollar, der Abstand dazu ist weiterhin deutlich.

Die nächsten Quartalszahlen erwartet der Markt rund um den 28. Oktober. Bis dahin dürften die TDK-Gerüchte und Toshibas Kapazitätspläne den Handel bestimmen.

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