Seagate Technology Aktie: Toshiba greift an
Toshiba plant eine Verdopplung der Festplattenkapazität bis zum Geschäftsjahr 2027; Seagate stellt zugleich höhere Quartalseinnahmen in Aussicht.

- Toshiba plant 400 Millionen Dollar Investition
- Festplattenkapazität soll sich bis 2027 verdoppeln
- Seagate verliert zeitweise rund elf Prozent
- Quartalsumsatz von 4,10 Milliarden Dollar erwartet
Toshiba will seine Festplattenproduktion verdoppeln, und der Markt reagiert prompt. Seagate verliert am Freitag zeitweise rund 11 Prozent, Western Digital gibt etwa 7 Prozent nach. Getroffen wird das Argument, das die Rally dieses Jahres getragen hat: knappes Angebot.
Was Toshiba plant
Der kleinste der drei großen Festplattenhersteller will rund 400 Millionen Dollar investieren, um die Kapazität bis zum Geschäftsjahr 2027 zu verdoppeln. Im Zentrum steht das Werk auf den Philippinen. Die Laufwerke sind vor allem für KI-Rechenzentren gedacht.
Toshiba kommt bislang auf gut 10 Prozent des Marktes, gemessen an der Speicherkapazität. Mittelfristig peilt der Konzern 30 Prozent an. Das würde Seagate und Western Digital Marktanteile kosten und könnte die Preisdisziplin in einem stark konzentrierten Markt aufweichen.
Kunden wie Hyperscaler bekämen zudem mehr Auswahl bei den Lieferanten. Für Seagate ist das heikel, denn die Preismacht stützt die Margen.
Hohe Erwartungen, dünnes Polster
Die Aktie war vor dem Rückschlag in diesem Jahr um rund 240 Prozent gestiegen, Western Digital um etwa 170 Prozent. Nach einem solchen Lauf genügen schon Signale für mehr Wettbewerb, um Gewinnmitnahmen auszulösen. Allerdings gilt: Ein Werk ist schneller angekündigt als hochgefahren.
Operativ läuft es bei Seagate zunächst weiter gut. Für das abgelaufene Quartal stellt der Konzern rund 4,10 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, nach 3,63 Milliarden im Vorquartal.
Charttechnik im Blick
Am Donnerstag schloss die Aktie bei 946 Dollar, vorbörslich lag sie bei etwa 844 Dollar. Damit rutscht sie unter die 50-Tage-Linie, die bei rund 854 Dollar verläuft.
Als nächste Unterstützung gilt die Linie bei etwa 780 Dollar, die die Tiefs des Sommers verbindet. Bricht sie, rückt das Juli-Tief bei 699 Dollar in den Blick. Die 200-Tage-Linie bei 651 Dollar liegt noch deutlich darunter.
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