Sell in May? Tokio, Trump und Eli Lilly haben andere Pläne
Eli Lilly übertrifft Erwartungen, Trump droht mit EU-Autozöllen. Tokios Yen-Intervention zeigt erste Wirkung.

- Eli Lilly überrascht mit starkem Quartalsgewinn
- Trump kündigt 25% Zölle auf EU-Autos an
- Tokio interveniert erfolgreich am Yen-Markt
- Smart Farming als neue Anlagethese identifiziert
Liebe Leserinnen und Leser,
gestern schloss ich mit der Frage, ob die Fundamentaldaten den Optimismus der Aktienmärkte im Mai rechtfertigen werden. Die ersten 24 Stunden des neuen Monats liefern eine vorläufige Antwort: Ja — aber nur für diejenigen, die wissen, wo sie hinschauen. Der S&P 500 notiert am Freitagmittag bei 7.243 Punkten, der Dow Jones bei 49.574. Die Rekordjagd geht weiter. Doch das Geld fließt nicht dorthin, wo es im April floss. Es fließt in Pharma statt in Chips, in Mercosur statt in Magnificent Seven, in Präzisionslandwirtschaft statt in Krypto. Die Rotation, die sich im April andeutete, nimmt im Mai Fahrt auf.
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Tokios Intervention wirkt — vorerst
Die Devisenmarkt-Intervention, über die ich gestern ausführlich berichtete, entfaltet ihre Wirkung über den Tag hinaus. Mit geschätzten 5,48 Billionen Yen — umgerechnet rund 35 Milliarden US-Dollar — drückte Tokio am Mittwochabend den Dollar-Yen-Kurs von über 160 auf zeitweise 155,5 zurück. Währungsdiplomat Atsushi Mimura hatte spekulative Händler gewarnt. Am Freitag zeigt sich: Die Warnung sitzt. Der Dollar-Index (DXY) rutschte kurzzeitig unter 98, und die globale Kapitalstrom-Verschiebung gibt europäischen Aktien Rückenwind. Der DAX legte zuletzt um 1,79 Prozent zu.
Die entscheidende Frage bleibt die gleiche wie gestern: Folgt die Bank of Japan bei ihrer nächsten Sitzung mit einer Zinsanpassung nach, oder verpufft die Intervention wie 2024? Die Golden Week mit ihrer dünnen Liquidität verschafft Tokio Zeit. Aber nicht viel.
25 Prozent auf europäische Autos — Trumps nächster Zug
Während die Liquidität aus Asien stützt, baut sich aus Washington neuer Druck auf. Donald Trump kündigte am Freitag über Truth Social an, ab kommender Woche Strafzölle von 25 Prozent auf Pkw und Lkw aus der EU zu erheben. Die Begründung: mangelnde Einhaltung bestehender Handelsverträge. Für BMW, Mercedes und Volkswagen ist das keine abstrakte Drohung — es ist eine direkte Belastung der Margen im wichtigsten Exportmarkt.
Brüssel antwortet mit Diversifikation. Am heutigen 1. Mai trat das Freihandelsabkommen mit dem Mercosur-Block in Kraft. Die EU-Kommission will damit die Abhängigkeit von den USA und China verringern. Der prognostizierte BIP-Effekt von 0,05 Prozent bis 2040 klingt bescheiden, doch die strategische Botschaft wiegt schwerer als die Zahl: Europa sucht neue Partner. Im EU-Parlament wird parallel an einer Notfallklausel gearbeitet, die US-Zölle auf EU-Importe bei maximal 15 Prozent deckeln soll. Ob Trump sich darauf einlässt, steht auf einem anderen Blatt.
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Eli Lilly liefert den Beweis für die Sektor-Rotation
Wer verstehen will, wohin das institutionelle Geld fließt, muss sich die Quartalszahlen von Eli Lilly ansehen. Am Donnerstag meldete der Pharmakonzern einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,55 US-Dollar — die Wall Street hatte 6,66 Dollar erwartet. Der Umsatz stieg um 56 Prozent auf 19,80 Milliarden Dollar. Allein das GLP-1-Medikament Mounjaro setzte weltweit 8,66 Milliarden Dollar um, ein Plus von 125 Prozent.
Das sind keine marginalen Überraschungen. Das ist eine Branche, die liefert, während Tech-Werte nach der April-Rally Luft holen. GE HealthCare ergänzt das Bild mit einem Umsatzplus von 7,1 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar im vierten Quartal, getragen von organischem Wachstum in Pharma-Diagnostik und medizinischer Bildgebung. Die Jahresprognose von 5,05 Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie signalisiert Stabilität.
Einen ungewöhnlichen Weg geht Johnson & Johnson: Der Konzern listet Medikamente wie Invokana und Xarelto auf der staatlichen Direktvertriebsplattform „TrumpRx“ — Teil einer im Januar geschlossenen Vereinbarung, die niedrigere Preise für Selbstzahler gegen Zollbefreiungen tauscht. Pragmatismus schlägt Prinzipien, wenn die Handelspolitik den Rahmen setzt.
Smart Farming: Der am wenigsten digitalisierte Sektor holt auf
Abseits der großen Indizes identifiziert Nordea in einer aktuellen Analyse die Landwirtschaft als den Sektor mit dem größten Digitalisierungsrückstand — und damit dem größten Aufholpotenzial. Der globale Markt für Precision Farming lag 2024 bei 11,42 Milliarden US-Dollar und soll bis 2032 mit einer jährlichen Rate von 10,62 Prozent wachsen. Unternehmen wie AGCO und Trimble positionieren sich im Bereich automatisierter Dünge- und Bewässerungssysteme.
Für Anleger, die nach Themen jenseits der üblichen Verdächtigen suchen, ist das eine Nische mit Substanz: Nahrungsmittelsicherheit, Wasserknappheit und steigende Produktionskosten treiben die Nachfrage strukturell — unabhängig davon, was Trump twittert oder die Fed entscheidet.
Was jetzt zählt
Der Mai beginnt dort, wo der April aufgehört hat: mit einer Umschichtung, die unter der Oberfläche der Rekordstände stattfindet. Das Kapital wandert von Momentum zu Substanz, von Wachstumsversprechen zu nachgewiesener Ertragskraft. Eli Lillys Quartalszahlen sind dafür das stärkste Signal der Woche. Trumps Autozölle sind das größte Risiko für den DAX. Und Tokios Intervention ist die Variable, deren Haltbarkeit sich erst in den kommenden Wochen zeigt.
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Am 7. Mai veröffentlicht Henkel Zahlen zum ersten Quartal — ein Gradmesser dafür, wie deutsche Konsumgüterhersteller mit dem Dreiklang aus Inflation, Zollrisiken und globaler Kaufzurückhaltung umgehen. Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Herzlichst, Ihr
Felix Baarz
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