Sellas: 8,42 Prozent Minus nach Mehrjahreshoch

Biotech-Unternehmen Sellas Life Sciences verzeichnet Kurskapriolen und passt Abfindungen für Führungskräfte an, was Spekulationen um eine Übernahme anheizt.

Die Kernpunkte:
  • Aktie erreicht neues Jahreshoch
  • Rasanter Kursrückgang nach Euphorie
  • Vorstand ändert Abfindungsregelungen
  • Studiendaten zu Leukämie-Wirkstoff erwartet

Ein neues Mehrjahreshoch und ein rasanter Rücksetzer am selben Tag — bei Sellas Life Sciences liegen Euphorie und Gewinnmitnahmen nah beieinander. Während die klinische Uhr für das wichtigste Medikament tickt, heizen interne Vertragsänderungen die Gerüchte um einen Verkauf an. Das Papier markierte ein neues 52-Wochen-Hoch bei 15,25 Euro, bevor es auf 12,50 Euro zurückfiel. Dieser Rücksetzer entsprach einem Tagesminus von 8,42 Prozent.

Im Zentrum steht die Phase-3-Studie REGAL zum Wirkstoff Galinpepimut-S (GPS). Das Mittel wird bei Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie eingesetzt. Mitte Mai waren 78 der für die Auswertung benötigten 80 Überlebensereignisse dokumentiert. Sobald diese Marke erreicht ist, werden die Studiendaten entblindet.

Marktbeobachter interpretieren die langsame Entwicklung der finalen Ereignisse positiv. Es besteht die Hoffnung, dass die Patienten unter Behandlung länger überleben als statistisch erwartet. Ob dieser Effekt tatsächlich auf das Medikament oder die Kontrollgruppe zurückzuführen ist, bleibt bis zur Veröffentlichung der Daten offen.

Strategische Weichenstellung im Vorstand

Parallel dazu bereitet das Management offenbar den Boden für einen Eigentümerwechsel. Der Vorstand änderte die Abfindungsvereinbarungen für CEO Dr. Angelos Stergiou und CFO John Burns. Mögliche Zahlungen bei einem Kontrollwechsel fließen nun sofort als Einmalbetrag. Solche Anpassungen dienen in der Biotech-Branche oft dazu, finanzielle Altlasten vor einer Übernahme zu klären.

Indes ist das Unternehmen für die nächste Phase finanziell gerüstet. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende März auf 107,1 Millionen US-Dollar. Hinzu kamen im April und Mai rund 28,7 Millionen Dollar aus Optionsscheinen. Mit einem pro-forma-Polster von 136 Millionen Dollar ist der Weg zur möglichen Markteinführung vorerst geebnet.

Neben dem GPS-Programm treibt das Unternehmen den CDK9-Inhibitor SLS009 voran. Die Ergebnisse der laufenden Phase-2-Studie werden zeigen, ob Sellas ein zweites Standbein für die kommerzielle Verwertung etablieren kann. Das Unternehmen steuert nun auf die finale Datenanalyse zu, die über die Zukunft des AML-Programms entscheidet.

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