Sellas Life Sciences Aktie: Entblindung voraus!
Nach 80 registrierten Todesfällen startet die finale Überlebensanalyse; vorläufige Ergebnisse erwartet Sellas im vierten Quartal 2026.

- REGAL-Schwelle von 80 Todesfällen erreicht
- Finale Analyse des Gesamtüberlebens beginnt
- Vorläufige Ergebnisse für Q4 2026 erwartet
- BlackRock meldet 7,9 Prozent Beteiligung
Sellas Life Sciences hat heute den entscheidenden Ereignisschwellenwert für die finale Auswertung seiner REGAL-Studie erreicht. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden die vorab festgelegten 80 Todesfälle registriert. Damit beginnt die abschließende Analyse des Gesamtüberlebens. Ein Wirksamkeitsnachweis für Galinpepimut-S ist das noch nicht: Die vorläufigen Ergebnisse zum primären Endpunkt sollen im vierten Quartal 2026 folgen.
Der Schwellenwert ist kein Studienergebnis
REGAL untersucht Galinpepimut-S, kurz GPS, als Erhaltungstherapie bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie in zweiter kompletter Remission. Der primäre Endpunkt ist das Gesamtüberleben. Die Studie befindet sich in Phase 3 und damit im Zentrum der anstehenden klinischen Bewertung von GPS.
Als nächste Schritte nennt Sellas die Datenbanksperre, die Entblindung und die statistische Auswertung. Erst diese Arbeiten sollen zeigen, wie die Behandlung beim entscheidenden Endpunkt abgeschnitten hat. Die heutige Mitteilung bestätigt somit den Beginn der finalen Analyse, nicht deren Ausgang.
Für Anleger verschiebt sich der Fokus dadurch deutlich: Nicht mehr das Erreichen des Ereignisschwellenwerts steht im Vordergrund, sondern das Ergebnis der anschließenden Auswertung. Der angekündigte Veröffentlichungshorizont ist dabei eine Planung des Unternehmens und noch kein feststehender Ergebnistermin.
Skepsis trotz erreichtem Meilenstein
An der Börse geht die Nachricht mit deutlichen Verlusten einher. Die Aktie notiert bei 9,58 € und weist heute eine Tagesveränderung von -13% auf. Der erreichte Studienmeilenstein beseitigt die Unsicherheit über den klinischen Erfolg also nicht.
Medienberichten zufolge vertritt eine heute veröffentlichte skeptische Analyse die These, dass der verzögerte Verlauf der Ereignisse das Misserfolgsrisiko erhöhe. Das späte Plateau erschwere demnach das Erreichen des für eine Zulassung erforderlichen Verhältnisses der Sterberisiken. Diese Einschätzung ist eine Interpretation des Studienverlaufs, kein Resultat der abschließenden Auswertung.
Damit stehen zwei unterschiedliche Aussagen nebeneinander: Sellas hat die Voraussetzung für die finale Analyse erfüllt. Ob GPS den angestrebten Überlebensvorteil zeigt, bleibt bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse offen.
BlackRock erhöht sein Engagement
Parallel zur klinischen Entwicklung steht die Aktionärsstruktur im Blick. BlackRock meldete gestern in einer geänderten Beteiligungsmitteilung einen Anteil von 7,9% zum 30. September. Die gemeldete Aktienposition lag über dem Stand von Ende März.
Das größere Engagement liefert einen weiteren Anhaltspunkt für das institutionelle Interesse an Sellas. Es ersetzt jedoch keine klinischen Daten und erlaubt keinen Schluss auf den Ausgang von REGAL.
Der maßgebliche nächste Prüfstein bleibt deshalb die angekündigte Ergebnisveröffentlichung. Mit dem erreichten Ereignisschwellenwert ist der Weg zur Auswertung frei; die für Anleger entscheidende Antwort zur Wirksamkeit steht weiterhin aus.
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