Sellas Life Sciences Aktie: REGAL-Studie vor Entblindung
Biotech-Unternehmen Sellas erwartet finale Daten zu Leukämie-Medikament. Kurs legte massiv zu, Übernahmegerüchte treiben Spekulationen an.

- Finale Phase-3-Daten zu Galinpepimut-S stehen bevor
- Aktie verzeichnete 83 Prozent Kursplus im Monat
- Management-Pakte deuten auf mögliche Übernahme hin
- Finanzpolster reicht für anstehende Studien aus
Sellas Life Sciences steht vor den wichtigsten Wochen der Unternehmensgeschichte. Nur noch zwei Ereignisse trennen das Biotech-Unternehmen von den Ergebnissen seiner entscheidenden Phase-3-Studie. Investoren bringen sich bereits in Stellung. Die Folge: ein massiver Kursschub.
Warten auf die Entblindung
Im Zentrum steht das Leukämie-Medikament Galinpepimut-S. Die laufende REGAL-Studie erfordert insgesamt 80 Überlebensereignisse für die finale Auswertung. Bislang sind 78 Patienten verstorben. Das Management wertet diese langsame Rate als gutes Zeichen.
Das Ziel ist klar definiert. Die Therapie gilt als erfolgreich, wenn Patienten im Schnitt gut zwölfeinhalb Monate überleben. Die aktuelle Standardbehandlung bietet lediglich acht Monate.
Übernahmegerüchte treiben den Kurs
Abseits der klinischen Daten sorgt die Führungsetage für Spekulationen. Das Unternehmen passte Ende Juni die Abfindungsverträge für das Management an. Diese enthalten nun spezielle Schutzklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels. Marktbeobachter werten dies als Signal für mögliche Übernahmegespräche.
Eine Nachricht von CEO Angelos Stergiou befeuerte diese Fantasie zusätzlich. Er sprach kürzlich gezielt von strategischen Partnern. Institutionelle Anleger reagieren bereits. First Financial Bank und MassMutual bauten zuletzt erste Aktienpositionen auf.
Massive Kursgewinne
Die Aktie reagiert extrem sensibel auf diese Gemengelage. Allein im vergangenen Monat schoss der Kurs um knapp 83 Prozent nach oben. Am Montag notieren die Papiere bei 13,15 Euro.
Das bedeutet einen massiven Anstieg im Vergleich zum Tiefststand aus dem vergangenen November. Der Relative-Stärke-Index mahnt inzwischen zur Vorsicht. Mit einem Wert von knapp 73 gilt das Papier als überkauft.
Volle Kassen für den Endspurt
Finanziell sieht sich das Unternehmen gerüstet. Sellas meldete für das erste Quartal einen Nettoverlust von 8,4 Millionen Dollar. Ende März lagen noch rund 107 Millionen Dollar in der Kasse. Im Frühjahr flossen weitere Millionen durch ausgeübte Optionsscheine zu.
Parallel dazu treibt Sellas den zweiten Wirkstoffkandidaten SLS009 voran. Eine Phase-2-Studie läuft seit dem Frühjahr. Frische Daten erwarten Experten im vierten Quartal.
Das vorhandene Kapital reicht sicher über die anstehenden Studienergebnisse hinaus. Kurzfristige Verwässerungsrisiken scheinen damit vom Tisch. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun voll auf die fehlenden zwei Überlebensereignisse der REGAL-Studie. Sobald diese eintreten, folgt die sofortige Entblindung der Daten.
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