Sellas Life Sciences Aktie: SLS009-Daten auf AACR-Konferenz

Sellas will neue SLS009-Ergebnisse in San Diego zeigen, während eine Kanzlei mögliche Verstöße bei der REGAL-Studie untersucht.

Die Kernpunkte:
  • Drei Poster zu SLS009 geplant
  • AACR-Konferenz findet in San Diego statt
  • Kanzlei prüft mögliche Aktionärsansprüche
  • Aktie seit Jahresbeginn 332 Prozent höher

Sellas Life Sciences rückt seine klinische Entwicklung im Bereich der Onkologie wieder verstärkt in den Fokus der Anleger. Das Unternehmen gab gestern bekannt, dass es neue präklinische Ergebnisse zu seinem Wirkstoffkandidaten SLS009 (tambiciclib) auf einer Fachkonferenz vorstellen wird.

Gleichzeitig sieht sich das Biotechnologie-Unternehmen jedoch mit rechtlichen Prüfungen konfrontiert, die die Informationspolitik rund um die laufende REGAL-Studie betreffen.

Fokus auf Bauchspeicheldrüsenkrebs in San Diego

Die neuen Daten zu SLS009 werden im Rahmen der AACR-Konferenz für Bauchspeicheldrüsenkrebs präsentiert, die vom 25. bis zum 28. September in San Diego stattfindet. Sellas plant dort die Vorstellung von insgesamt drei Postern. Diese Studien wurden in enger Zusammenarbeit mit der University of Wisconsin durchgeführt und konzentrieren sich auf den Einsatz des Wirkstoffs bei speziellen Organoidmodellen des duktalen Pankreaskarzinoms (PDAC).

Ein besonderer Schwerpunkt der Untersuchungen liegt auf Modellen mit einer sogenannten KRAS-Mutation. Diese gilt in der Krebsforschung als besonders schwierig zu behandelndes Ziel.

Die Präsentationen sollen aufzeigen, wie SLS009 potenziell dazu beitragen kann, die Behandlungsmöglichkeiten bei dieser aggressiven Form des Bauchspeicheldrüsenkrebses zu erweitern. Für Investoren ist die Entwicklung von SLS009 ein wichtiger Baustein, um die Abhängigkeit des Unternehmens von seinem Hauptkandidaten Galinpepimut-S (GPS) zu verringern.

Rechtliche Untersuchung zur REGAL-Studie

Parallel zu den klinischen Fortschritten gibt es Unruhe auf der rechtlichen Ebene. Die Anwaltskanzlei Bronstein, Gewirtz & Grossman teilte gestern mit, dass sie eine Untersuchung möglicher Ansprüche für Aktionäre von Sellas Life Sciences eingeleitet hat. Hintergrund sind Vorwürfe bezüglich der Transparenz bei der Phase-3-Studie REGAL.

Medienberichten zufolge wurde am 28. August eine kritische Schwelle von 80 Todesfällen innerhalb der Patientengruppe erreicht. Dieses Ereignis hätte laut den Studienprotokollen die Veröffentlichung von Zwischenergebnissen auslösen müssen.

Da Sellas diese Daten bisher nicht vorgelegt hat, reagierte der Markt verunsichert. Im US-Handel verzeichnete das Papier am Tag der Berichterstattung bereits einen deutlichen Rücksetzer von mehr als 13 Prozent. Die Kanzlei prüft nun, ob das Unternehmen gegen Offenlegungspflichten verstoßen hat.

Langfristige Performance und Marktumfeld

Trotz der aktuellen juristischen Unsicherheiten blicken Aktionäre auf ein bisher sehr erfolgreiches Jahr zurück. Seit Jahresbeginn konnte der Wert des Unternehmens massiv zulegen und verzeichnet ein Plus von 332 Prozent. Zum Handelsschluss am Mittwoch notierte die Aktie bei 12,25 Euro. Damit liegt das Papier weiterhin in einem stabilen Trend und befindet sich aktuell rund 10 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Die Volatilität bleibt jedoch ein prägendes Merkmal für das Papier, das derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 2,30 Milliarden Euro aufweist. In den vergangenen Wochen war der Nachrichtenfluss bei Sellas dicht gedrängt. Der Abschluss der Phase-3-Studie REGAL wurde vor gut einer Woche vermeldet, was den Kurs seither um 7,5 Prozent steigen ließ.

Zudem wirkte sich die Beilegung eines Rechtsstreits mit dem Partner 3D Medicines vor rund zwei Wochen positiv aus, was in diesem Zeitraum zu einem Kurszuwachs von 8,4 Prozent führte. Anleger warten nun gespannt auf die Konferenz in San Diego, um weitere Klarheit über das Potenzial der Pipeline zu erhalten.

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