Semperit Aktie: Baader Bank hebt Kursziel auf 20 Euro

Semperit veräußert M+R Dichtungstechnik, verdoppelt das EBITDA im ersten Halbjahr und bestätigt die Jahresprognose für 2026.

Die Kernpunkte:
  • Beteiligung an M+R veräußert
  • EBITDA im Halbjahr verdoppelt
  • Umsatz wächst auf 355,9 Millionen Euro
  • Baader Bank erhöht Kursziel auf 20 Euro

Die Neuausrichtung des österreichischen Traditionsunternehmens Semperit gewinnt an Fahrt. Mit dem Verkauf der Beteiligung am deutschen Profilhersteller M+R Dichtungstechnik hat der Konzern in dieser Woche einen weiteren Schritt zur Reduzierung der Komplexität vollzogen. Parallel dazu untermauern die jüngsten Geschäftszahlen eine deutliche operative Erholung, die auch am Aktienmarkt für Zuwächse sorgt.

Fokus auf das Kerngeschäft durch Beteiligungsverkauf

Semperit hat seine Anteile an der M+R Dichtungstechnik mit Sitz in Deutschland an die schwedische Trelleborg Group veräußert. Wie das Unternehmen mitteilte, erfolgten Unterzeichnung und Abschluss der Transaktion am vergangenen Dienstag. M+R Dichtungstechnik beschäftigte zuletzt rund 20 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von etwa 7,4 Millionen Euro.

Dieser Schritt folgt der Strategie von CEO Manfred Stanek, der das Unternehmen seit April 2025 führt. Ziel ist es, das Portfolio zu schärfen und die Effizienz innerhalb der Gruppe zu steigern. Durch den Verkauf kleinerer Randbeteiligungen will sich Semperit stärker auf seine industriellen Kernanwendungen konzentrieren.

Operative Verdopplung im ersten Halbjahr

Die wirtschaftliche Basis für diesen Umbau lieferte die starke Performance in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. Semperit konnte das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 66,6 Millionen Euro verdoppeln. Der Konzernumsatz stieg in diesem Zeitraum um 11,1 Prozent auf 355,9 Millionen Euro. Besonders deutlich fiel die Wende beim Ergebnis nach Steuern aus: Nach einem Verlust von 11,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres verbuchte Semperit nun einen Gewinn von 28,6 Millionen Euro.

Wachstumstreiber war vor allem die Sparte Semperit Industrial Applications (SIA). Diese Division steigerte ihren Umsatz um 12,0 Prozent auf 149,7 Millionen Euro, während das dazugehörige EBITDA um 72,7 Prozent auf 41,9 Millionen Euro anzog.

Auch die Division Semperit Engineered Applications (SEA) trug mit einem Umsatzplus von 10,4 Prozent auf 206,2 Millionen Euro zur positiven Gesamtentwicklung bei. Angesichts dieser Zahlen hat das Management die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt und erwartet weiterhin ein Umsatzwachstum im höheren einstelligen Prozentbereich sowie ein EBITDA von rund 100 Millionen Euro.

Analysten heben die Kursziele an

Die konsequente Umsetzung der Strategie und die verbesserte Ertragslage blieben bei Experten nicht unbemerkt. Die Baader Bank hob am 17. August ihr Kursziel für Semperit auf 20,00 Euro an und bekräftigte die Einstufung mit „Buy“. Auch die Analysten der Erste Group reagierten auf die Entwicklung und erhöhten ihr Kursziel am 20. August von zuvor 14,20 Euro auf nun 17,80 Euro, beließen das Rating jedoch auf „Hold“.

Am Aktienmarkt zeigt sich die positive Grundstimmung in einer starken Performance seit Jahresbeginn, in der das Papier um 43 Prozent zulegen konnte. Am gestrigen Donnerstag verzeichnete die Aktie zwar einen Rückgang von 1,9 Prozent und ging mit 17,75 Euro aus dem Handel, notiert damit aber weiterhin signifikant über langfristigen Trendlinien. So beträgt der Abstand zum gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage derzeit 25 Prozent.

Für zusätzliche Stabilität im Aktionärskreis sorgte zuletzt die B&C Holding Österreich GmbH. Der Mehrheitsaktionär baute seinen Anteil im Zuge eines freiwilligen Übernahmeangebots, das im Juni endete, weiter aus. Durch den Zukauf von rund 1,0 Million Aktien hält die B&C-Gruppe nun insgesamt 63,4 Prozent der Stimmrechte an dem Gummispezialisten.

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