ServiceNow: 13–15% Minus nach Q1-Zahlen
ServiceNow übertrifft Umsatz- und Gewinnerwartungen, doch die Integration der Armis-Übernahme drückt die Margenprognose deutlich. Der Aktienkurs reagierte mit einem deutlichen Rückgang.

- Umsatz und Gewinn je Aktie über Erwartungen
- Margenprognose fällt nach Armis-Übernahme enttäuschend aus
- KI-Geschäft wächst schneller als geplant
- Vertragsverschiebungen im Nahen Osten belasten Wachstum
Besser als erwartet — und trotzdem ein Kurseinbruch von rund 14 Prozent. ServiceNow lieferte im ersten Quartal 2026 solide Ergebnisse, doch zwei Faktoren überlagerten alles: Vertragsverschiebungen im Nahen Osten und eine Margenprognose, die den Markt kalt erwischte.
Quartalszahlen über den Erwartungen
Der Gesamtumsatz stieg um 22 Prozent auf 3,77 Milliarden Dollar. Das übertraf die Konsensschätzung von 3,74 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,97 Dollar — einen Cent über der Prognose.
Allerdings belastete der Nahostkonflikt das Wachstum spürbar. CEO Bill McDermott bezifferte den Effekt auf rund 75 Basispunkte beim Abonnementumsatz. Konkret: Sovereign-Cloud- und On-Premise-Verträge in der Region verzögerten sich. Ohne diese Verschiebungen wäre das Wachstum fast einen Prozentpunkt höher ausgefallen.
Armis-Übernahme drückt auf die Marge
Der eigentliche Auslöser für den Kursrückgang war die Margenprognose. ServiceNow schloss am 20. April die Übernahme des Cybersicherheitsunternehmens Armis für 7,75 Milliarden Dollar ab. Das Ziel: KI-gestützte Risikoerkennung für IoT- und Medizingeräte.
Die Kosten der Integration schlagen kurzfristig durch. Für das zweite Quartal prognostiziert das Unternehmen eine operative Marge von 26,5 Prozent. Der Markt hatte 30,1 Prozent erwartet. Für das Gesamtjahr belastet Armis die Free-Cash-Flow-Marge um rund 200 Basispunkte und die operative Marge um etwa 75 Basispunkte.
KI-Geschäft wächst schneller als geplant
Das Bild ist nicht nur trüb. ServiceNow hob die Jahresprognose für den Abonnementumsatz auf 15,74 bis 15,78 Milliarden Dollar an. Zuvor lag die Spanne bei 15,53 bis 15,57 Milliarden Dollar.
Das KI-Portfolio entwickelt sich besonders stark. Im ersten Quartal sicherte sich das Unternehmen 16 Verträge mit einem Jahreswert von jeweils über fünf Millionen Dollar — 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das KI-Umsatzziel für 2026 stieg von einer Milliarde auf 1,5 Milliarden Dollar. CFO Gina Mastantuono erklärte, das Portfolio laufe besser als intern erwartet.
Parallel dazu kaufte ServiceNow im ersten Quartal eigene Aktien im Wert von über zwei Milliarden Dollar zurück.
Effizienz statt Wachstum durch Einstellungen
CEO McDermott skizzierte auch eine neue Personalstrategie. Durch die Armis-Übernahme kommen zwar neue Mitarbeiter hinzu. Die Gesamtbelegschaft soll bis Anfang 2027 aber stabil bleiben — weil KI-gestützte Produktivitätsgewinne freiwerdende Stellen zunehmend ersetzen.
Für die Kurserholung dürften zwei Faktoren entscheidend sein: wie schnell die Armis-Integration Früchte trägt und ob sich die Vertragspipeline im Nahen Osten wieder normalisiert. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen lagen zum Quartalsende bei 12,64 Milliarden Dollar — ein Plus von 22,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Fundament stimmt. Die Frage ist der Preis, den ServiceNow für sein Wachstum zahlt.
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