ServiceNow: AI-Ziel auf 1,5 Milliarden erhöht

ServiceNow übertrifft Erwartungen im ersten Quartal, doch die Aktie fällt nachbörslich um 13 Prozent. Anleger zweifeln an der Skalierung des KI-Geschäfts.

Die Kernpunkte:
  • Abonnementerlöse steigen um 22 Prozent
  • KI-Umsatzziel auf 1,5 Milliarden erhöht
  • Armis-Übernahme belastet Marge
  • Analysten senken Kursziele trotz Kaufempfehlungen

Starke Zahlen, schwache Reaktion. ServiceNow hat das erste Quartal 2026 mit Bravour abgeschlossen — und trotzdem verlor die Aktie im nachbörslichen Handel rund 13 Prozent. Der Grund: Anleger zweifeln offenbar daran, wie schnell das KI-Geschäft wirklich skaliert.

Zahlen gut, Stimmung schlecht

Die Abonnementerlöse kletterten im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 3,67 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie übertraf ServiceNow die Konsensschätzung knapp. Der Auftragsbestand wuchs auf 27,7 Milliarden Dollar — ein Plus von 25 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2026 hebt das Unternehmen die Prognose an. Die Abonnementerlöse sollen zwischen 15,74 und 15,78 Milliarden Dollar liegen. Das entspricht einem Wachstum von rund 22 Prozent.

Einen kleinen Dämpfer gab es im Nahen Osten. Mehrere große On-Premise-Deals verzögerten sich wegen des anhaltenden Konflikts in der Region. Das kostete rund 75 Basispunkte beim Abonnementwachstum.

KI-Ziel springt auf 1,5 Milliarden Dollar

Das ist die eigentliche Schlagzeile. Management hat das interne KI-Umsatzziel für 2026 von einer Milliarde auf 1,5 Milliarden Dollar erhöht. Gezählt wird dabei nur der inkrementelle KI-Beitrag — nicht der gesamte Produktumsatz.

Das KI-Produkt Now Assist läuft besser als erwartet. Deals mit drei oder mehr Now-Assist-Produkten wuchsen um fast 70 Prozent im Jahresvergleich. Darunter waren 36 Abschlüsse mit fünf oder mehr Produkten.

Strukturell verschiebt sich das Geschäftsmodell. Bereits 50 Prozent des Netto-Neugeschäfts kommen aus nicht-sitzplatzbasierten Modellen — also Token, Infrastruktur und andere verbrauchsabhängige Mechanismen. Das ist ein deutlicher Bruch mit dem klassischen Lizenzmodell.

Armis-Übernahme drückt auf die Marge

ServiceNow hat die Übernahme des Cybersicherheits-Startups Armis für 7,75 Milliarden Dollar früher als geplant abgeschlossen. Die Transaktion belastet die Zahlen spürbar. Management rechnet für 2026 mit einem Margendruck von 75 Basispunkten beim operativen Ergebnis und rund 200 Basispunkten beim Free-Cashflow. Normalisierung ist für 2027 angepeilt.

Die Partnerschaft mit Google Cloud wurde parallel ausgebaut. Beide Unternehmen kündigten am 22. April neue KI-Lösungen für Telekommunikation, Handel und IT-Service-Management an. Ein konkretes Beispiel liefert TridentCare: Das Unternehmen automatisierte 96 Prozent seiner Terminplanung über 127 Märkte und senkte Wartezeiten für Patienten um 57 Prozent.

Wall Street bleibt konstruktiv — mit Abstrichen

Die Analysten halten mehrheitlich an positiven Ratings fest, senken aber ihre Kursziele. JPMorgan reduzierte das Ziel von 195 auf 145 Dollar, behält jedoch „Overweight“. Cantor Fitzgerald hält ebenfalls „Overweight“ mit einem Ziel von 122 Dollar. Argus stuft die Aktie mit „Buy“ ein und setzt das Ziel auf 134 Dollar.

Das Short-Interesse stieg im April um rund 30 Prozent auf knapp 39 Millionen Aktien. Das erhöht das Rückschlagpotenzial, falls die nächsten Datenpunkte enttäuschen. Die Q2-Zahlen werden zeigen, ob das neue KI-Ziel von 1,5 Milliarden Dollar mehr als ein ambitionierter Richtwert ist.

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