ServiceNow Aktie: 0,90 Dollar EPS schlagen Erwartung um 18%

ServiceNow übertrifft mit starken Q2-Zahlen die Erwartungen und plant dennoch den Abbau von bis zu 1.000 Stellen. Die Aktie reagiert mit einem Wochenplus von 11,6 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz- und Gewinnprognosen deutlich übertroffen
  • KI-Sparte verzeichnet massive Kundensteigerung
  • Konzern plant Streichung von 1.000 Stellen
  • Aktienkurs steigt um 11,6 Prozent

ServiceNow hat eine kräftige Rallye hingelegt. Die Aktie legte am Freitag um 1,61 Prozent zu und schloss bei 96,98 Euro. Über die gesamte Woche steht ein Plus von 11,60 Prozent zu Buche.

Der Auslöser: Quartalszahlen, die deutlich über den eigenen Prognosen lagen. Anleger reagierten prompt und kauften die Aktie.

Starke Zahlen als Kurstreiber

ServiceNow übertraf im zweiten Quartal 2026 seine eigene Umsatzprognose. Die Abo-Umsätze wuchsen währungsbereinigt um 23 Prozent auf 3,88 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit 15,76 Milliarden Dollar Abo-Umsatz. Bis 2030 soll dieser Wert auf 30 Milliarden Dollar steigen.

Auch beim Gewinn lieferte ServiceNow eine Überraschung. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,90 Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur 0,76 Dollar erwartet – ein Plus von 18,42 Prozent gegenüber der Prognose.

CEO Bill McDermott zeigte sich entsprechend selbstbewusst. Der Konzern arbeite nach der „Rule of 56″ und sei „gut auf dem Weg zur Rule of 60″, so McDermott. Besonders die KI-Sparte legt zu: Die Zahl der Unternehmen, die ServiceNow-KI-Agenten im Einsatz haben, hat sich laut McDermott innerhalb von neun Monaten verneunfacht. Zusätzlich verwies er auf offene Auftragsbestände von 29 Milliarden Dollar – ein Polster, das aus längeren Kundenverträgen und wachsender Partner-Nachfrage stammt.

Stellenabbau parallel zur Integration

Der Kursanstieg fällt in eine Phase, in der ServiceNow sein Personal neu ordnet. Der Konzern will in diesem Jahr bis zu 1.000 Stellen streichen. Grund ist die Integration mehrerer Zukäufe – darunter Moveworks, Veza und Armis.

ServiceNow startete 2026 mit rund 29.000 Mitarbeitern, aktuell zählt der Konzern etwa 30.000. Der geplante Abbau von rund 1.000 Stellen soll das Unternehmen zum Jahresende wieder auf das ursprüngliche Niveau bringen. Kursierende Berichte über einen Abbau von 3.000 bis 5.000 Stellen wies das Management als übertrieben zurück.

McDermott betonte auf der Telefonkonferenz mit Analysten den Wachstumskurs: „Wir sind ein Wachstumsunternehmen, und wir werden wachsen. Wir werden schnell wachsen.“ Die Integration der Zukäufe soll nach Abschluss der Personalanpassung sowohl die operative Marge als auch die Free-Cashflow-Marge verbessern.

Bewertung bleibt trotz Rallye niedrig

Trotz des starken Wochenverlaufs liegt die Aktie noch weit unter ihren Höchstständen der vergangenen zwölf Monate. Auf Jahressicht steht ein Kursrückgang von 41 Prozent zu Buche. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei 7,8 – einem der niedrigsten Werte der vergangenen Jahre für den Softwarekonzern.

Ein institutioneller Investor positionierte sich zuletzt deutlich neu: Vestor Capital LLC erhöhte seinen ServiceNow-Anteil im ersten Quartal um 38.987 Prozent, wie aus einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Die Gesellschaft hält nun 122.343 Aktien des Unternehmens.

Die Marktkapitalisierung von ServiceNow liegt aktuell bei umgerechnet 104,30 Milliarden Euro. Der RSI von 56,1 zeigt: Die Aktie ist nach der Rallye weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte Volatilität von 65,07 Prozent über die vergangenen 30 Tage deutet aber darauf hin, dass der Titel weiterhin empfindlich auf Nachrichten zu KI-Konkurrenz, Stellenabbau und Abo-Wachstum reagieren dürfte – gerade jetzt, wo sich die zweite Jahreshälfte 2026 nähert.

Anzeige

ServiceNow-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ServiceNow-Analyse vom 1. August liefert die Antwort:

Die neusten ServiceNow-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ServiceNow-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

ServiceNow: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu ServiceNow