ServiceNow Aktie: 12,6 Milliarden Dollar Auftragsbestand

ServiceNow profitiert von neuem KI-Optimismus im SaaS-Sektor. Die Aktie legt deutlich zu, bleibt aber weit unter dem Jahreshoch.

Die Kernpunkte:
  • Tagesplus von 8,5 Prozent
  • KI-Agenten nun als Chance gesehen
  • Umsatzwachstum von 22 Prozent
  • Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe

Lange galten KI-Agenten als Bedrohung für klassische SaaS-Plattformen. Am Montag drehte sich diese Erzählung — und ServiceNow gehörte zu den größten Gewinnern.

Die Aktie schloss bei 135,86 Dollar, ein Tagesplus von rund 8,5 Prozent. Im Intraday-Hoch erreichte der Kurs 139,10 Dollar, das Handelsvolumen lag bei ungewöhnlich hohen 68,79 Millionen Aktien.

Stimmungswechsel bei Enterprise-Software

Der Auslöser war kein Einzelereignis, sondern ein sektorweiter Sinneswandel. Investoren, die zuletzt befürchtet hatten, KI-Agenten könnten den Bedarf an klassischen Unternehmensanwendungen schrumpfen lassen, kamen zu einer anderen Einschätzung: Wer Workflows, Datenflüsse und Automatisierung in großen Organisationen orchestriert, profitiert von steigenden KI-Budgets — er wird nicht verdrängt.

Signale aus den jüngsten Ergebnissen von Snowflake und Dell verstärkten diese Lesart. Beide Berichte deuteten darauf hin, dass KI-Ausgaben die Nachfrage nach Software- und Infrastrukturplattformen stützen, nicht ersetzen. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF legte ebenfalls zu, was zeigt, dass die Bewegung breiter angelegt war als ein einzelner Unternehmenstitel.

Starke Zahlen, aber noch weit vom Hoch entfernt

Trotz des Kursanstiegs notiert ServiceNow noch 35 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 208,94 Dollar aus dem Juli 2025. Das relativiert die Euphorie des Tages.

Die Fundamentaldaten liefern dennoch Substanz für die Neubewertung. Im ersten Quartal erzielte ServiceNow einen Gesamtumsatz von 3,77 Milliarden Dollar — ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Abonnementgeschäft wuchs im gleichen Tempo auf 3,671 Milliarden Dollar. Besonders beachtet werden die verbleibenden Leistungsverpflichtungen: Sie stiegen um 22,5 Prozent auf 12,64 Milliarden Dollar und signalisieren, wie viel Umsatz bereits vertraglich gesichert ist.

Der operative Cashflow lag bei 1,670 Milliarden Dollar, der freie Cashflow bei nahezu identischen 1,665 Milliarden Dollar. Für ein Unternehmen, das gleichzeitig massiv in KI-Fähigkeiten investiert, ist das ein belastbares Argument gegen die These, dass KI-Investitionen die Profitabilität aushöhlen.

Aktienrückkäufe und Konferenzauftritte

Das Kapitalrückgabeprogramm läuft parallel weiter. Im ersten Quartal kaufte ServiceNow rund 20,1 Millionen eigene Aktien zurück — darunter 18,5 Millionen über ein zuvor angekündigtes beschleunigtes Rückkaufprogramm im Volumen von 2 Milliarden Dollar sowie weitere 1,6 Millionen Aktien für 225 Millionen Dollar über den offenen Markt. Zum Quartalsende standen noch rund 4,2 Milliarden Dollar im Rückkaufrahmen zur Verfügung.

Am Mittwoch, dem 3. Juni, hat das Management die Gelegenheit, die neue Markterzählung aktiv zu unterfüttern. Führungskräfte nehmen an Fireside Chats bei der William Blair Growth Stock Conference, der Bank of America Global Technology Conference und der Evercore Global TMT Conference teil. Konkrete Aussagen zu KI-getriebenen Workflows und Plattformadoption könnten entscheiden, ob der Montagsanstieg der Beginn einer nachhaltigen Neubewertung ist — oder eine Eintagsfliege bleibt.

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