ServiceNow Aktie: 130 Prozent Wachstum bei Now Assist

ServiceNow verzeichnet starkes KI-Wachstum, doch der Aktienkurs fällt. Analysten sehen Chancen und Risiken in der neuen Strategie.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzplus von 22 Prozent erreicht
  • KI-Produkt Now Assist mit Kundenwachstum
  • Plattform als Zentrale für KI-Systeme
  • Aktie verliert trotz guter Zahlen

ServiceNow will kein klassischer Softwareanbieter mehr sein. CEO Bill McDermott bezeichnet das Unternehmen als „AI-native Enterprise“ und sieht fünf Wachstumsfelder mit einem adressierbaren Markt von über 600 Milliarden Dollar. Der Kurs erzählt gerade eine andere Geschichte.

Starke Zahlen, nervöse Märkte

Im ersten Quartal 2026 erzielte ServiceNow einen Umsatz von 3,77 Milliarden Dollar — ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der freie Cashflow lag bei rund 1,67 Milliarden Dollar, die Marge bei 44 Prozent. Besonders auffällig: Die Zahl der Kunden, die mindestens eine Million Dollar jährlich für das KI-Produkt Now Assist ausgeben, stieg um 130 Prozent.

Das verbleibende Auftragsvolumen (RPO) beläuft sich auf 28 Milliarden Dollar und wächst mit 23,5 Prozent pro Jahr. CFO Gina Mastantuono formulierte es direkt: Kunden bewegten sich „von Experimenten hin zu unternehmensweiten KI-Investitionen im vollen Umfang.“

Plattform als KI-Schaltzentrale

ServiceNow positioniert seine Plattform als zentrale Steuerungsebene für sogenannte Agentic AI — also KI-Systeme, die eigenständig Aufgaben übernehmen. Das Unternehmen hat zuletzt seine Partnerschaft mit Amazon Web Services ausgebaut. Hinzu kommt eine neue Kooperation mit Experian für KI-Governance im Finanzbereich sowie die Integration von Cognizants Neuro® AI Trust.

Das Ziel: Großkonzerne sollen KI-Werkzeuge mit ihren bestehenden Systemen und regulierten Daten verbinden können — über eine einzige Plattform.

Kurs unter Druck trotz Rückenwind

An der Börse kommt die Strategie derzeit nicht ungetrübt an. Die Aktie notiert bei rund 98,30 Euro und hat in den vergangenen sieben Tagen gut zehn Prozent verloren. Auf Monatssicht steht aber noch ein Plus von rund 27 Prozent.

Analysten sehen neben den starken Quartalszahlen auch Risiken: Margendruck durch Zukäufe, verzögerte Abschlüsse im Nahen Osten und die Frage, ob KI langfristig klassische Softwarebudgets kannibalisiert. Der RSI liegt bei 55 — kein überkauftes Niveau, aber die hohe annualisierte Volatilität von fast 77 Prozent zeigt, wie nervös der Markt auf Neuigkeiten reagiert.

Die nächste Bewährungsprobe liefern die Quartalszahlen für das zweite Quartal, die ServiceNow voraussichtlich Ende Juli vorlegt.

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