ServiceNow Aktie: 23 Prozent Gegenstimmen für Eric Yuan

Die Hauptversammlung von ServiceNow hat alle Tagesordnungspunkte formell abgesegnet – aber die Zustimmung fiel alles andere als einhellig aus. Gleichzeitig sorgt ein massiver Insiderverkauf für zusätzliche Fragezeichen. Der Kontrast zur starken operativen Entwicklung könnte kaum größer sein.

Gespaltene Aktionärsbasis

Gleich drei Direktoren mussten sich mit deutlichen Gegenstimmen auseinandersetzen. Eric S. Yuan fuhr mit rund 23 Prozent Ablehnung die schwächste Zustimmung ein – etwa 173,8 Millionen Aktien stimmten gegen ihn. Auch CEO Bill McDermott erhielt rund 78 Millionen Gegenstimmen, Tendenz steigend.

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Die Vergütung der Führungskräfte für 2025 fiel mit 14 Prozent Gegenstimmen ebenfalls durch – ein klares Signal an den Vorstand.

Dagegen bestätigten die Aktionäre den jährlichen Abstimmungsrhythmus zur Vergütung mit großer Mehrheit. Paul E. Chamberlain und Teresa Briggs schnitten mit jeweils unter 20 Millionen Gegenstimmen am besten ab.

Direktorin verkauft ein Drittel ihrer Anteile

Parallel zur Hauptversammlung blieb ein weiteres Ereignis nicht unbemerkt. Anita M. Sands, Mitglied des Aufsichtsrats, veräußerte am 14. Mai 16.445 Aktien im Wert von rund 1,48 Millionen Dollar. Das entspricht 37 Prozent ihrer direkten Beteiligung – der größte Insiderverkauf seit drei Monaten.

Über die vergangenen zwölf Monate hinweg haben Insider insgesamt netto rund 5,8 Millionen Dollar mehr verkauft als gekauft.

Aktie zwischen Absturz und Erholung

ServiceNow notiert bei 102,13 Dollar – mehr als 50 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 211,48 Dollar. Seit Mitte Mai erholt sich der Kurs jedoch um rund 14,5 Prozent, begleitet von sechs positiven Handelstagen in den letzten zehn Sitzungen. Grundlage ist wachsendes Interesse an KI-Adoptionsthemen.

Analysten halten Kurs

Trotz des Kursrutsches bleibt die Wall Street optimistisch. 47 Analysten geben eine konsistente „Strong Buy“-Bewertung mit einem durchschnittlichen Kursziel von 143,06 Dollar – rund 41 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Operativ untermauern solide Zahlen: 22 Prozent Abonnementwachstum im ersten Quartal, 97 Prozent Kundenbindung. Der Konzern hob den Ausblick für das Gesamtjahr an. Auf dem Finanzanalystentag im Mai präsentierte das Management langfristige Ziele bis 2030: einen Abonnementumsatz von 30 Milliarden Dollar, mit 30 Prozent aus der KI-Plattform Now Assist, sowie eine Verbesserung der Free-Cashflow-Marge um rund 9 Prozentpunkte. Die aktienbasierte Vergütung soll bis 2029 unter 10 Prozent des Umsatzes fallen.

Der Ausblick ist ambitioniert – und die Aktie bleibt damit auch nach dem Kursrutsch ein Nervenspiel zwischen Governance-Zweifeln und operativer Substanz.

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