ServiceNow Aktie: 7,38 Prozent Erholung auf 86,76 Euro

Erst der Ausverkauf, dann die Kehrtwende. ServiceNow-Aktien legten am Freitag um 7,38 Prozent zu und schlossen bei 86,76 Euro. Der Sprung glich einen Großteil der Verluste aus, die nach den Quartalszahlen entstanden waren. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 3,86 Prozent.
Starke Zahlen, verhaltene erste Reaktion
ServiceNow legte die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 am Mittwoch nach Börsenschluss vor. Der Umsatz kletterte um 24 Prozent auf 3,99 Milliarden Dollar und übertraf die Analystenschätzung von 3,93 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,90 Dollar, erwartet waren 0,85 Dollar.
Trotz dieser Übertreffung reagierte der Markt zunächst mit Ablehnung. Die Aktie brach in der ersten Reaktion um rund 6,47 Prozent ein. Anleger stellten offenbar die hohe Bewertung des Softwarekonzerns den langfristigen Wachstumsaussichten gegenüber und zeigten sich zunächst skeptisch.
Ein Detail aus dem Zahlenwerk dürfte dabei besonders ins Gewicht gefallen sein. Das Geschäft mit generativer KI überschritt erstmals einen jährlichen Auftragswert von einer Milliarde Dollar. Das Management reagierte mit einer Anhebung der Umsatzprognose für das Abonnementgeschäft 2026 auf 15,76 bis 15,78 Milliarden Dollar.
Drei Deals sorgen für Rückenwind
Die Erholung am Freitag kam nicht aus dem Nichts. Mehrere Investmentbanken, darunter Jefferies und Evercore ISI, hoben ihre Kursziele an und verwiesen auf die erfolgreiche Monetarisierung der KI-Sparte sowie starke Großkundenaktivität.
Parallel dazu meldete ServiceNow gleich drei strategische Schritte:
- BusinessNext: Die Investmentsparte ServiceNow Ventures steckt 40 Millionen Dollar in den indischen Banking-Software-Spezialisten BusinessNext, der damit mit 700 Millionen Dollar bewertet wird. Ziel ist der Ausbau KI-gestützter, autonomer Bankprozesse.
- TeamViewer: Eine neue mehrjährige Technologiepartnerschaft bindet TeamViewers Fernzugriffs- und Mitarbeiter-Tools direkt in die ServiceNow-KI-Plattform ein.
- Exclusive Networks: Ein Vertriebsabkommen soll die Cybersicherheitssparte in der EMEA-Region stärken, mit Fokus auf KI-gestützte Sicherheitslösungen.
Diese Meldungen lieferten offenbar genug Substanz, um die Stimmung zu drehen.
Was die Bewertung zeigt
Der Analystenkonsens für ServiceNow liegt aktuell bei 88 Prozent positiven Einschätzungen, aufgeteilt in 44 Prozent „Strong Buy“ und 44 Prozent „Buy“. Der 14-Tage-RSI von 46,2 signalisiert einen neutralen Zustand, weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 60,68 Prozent zeigt jedoch: Größere Kursausschläge bleiben wahrscheinlich.
Die kommende Handelswoche bringt mit der Sitzung der US-Notenbank Fed einen weiteren Belastungstest. Zinsentscheidungen wirken traditionell stark auf hoch bewertete Wachstumswerte wie ServiceNow. Zusätzlich dürften die Quartalszahlen weiterer Softwarekonzerne die relative Bewertung des Unternehmens beeinflussen, sobald die Berichtssaison in der Branche weiter voranschreitet.
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