ServiceNow Aktie: Bis zu 1.000 Stellen fallen weg
ServiceNow plant den Abbau von bis zu 1.000 Stellen im Zuge der Integration von Zukäufen. Der Aktienkurs gab nach, bleibt aber auf Wochensicht im Plus.

- Kursverlust von 2,47 Prozent
- Stellenabbau von bis zu 1.000 Jobs
- Integration von Moveworks, Veza und Armis
- Jahresverlust von über 24 Prozent
ServiceNow verliert am Freitag 2,47 Prozent und fällt auf 93,28 Euro. Der Kurs gibt damit einen Teil der jüngsten Erholung wieder ab. Auf Wochensicht steht trotzdem noch ein Plus von 7,34 Prozent zu Buche.
Grund für den Rücksetzer sind neue Berichte über einen bevorstehenden Stellenabbau. Der Softwarekonzern will demnach im laufenden Jahr bis zu 1.000 Stellen streichen. Der Schritt hängt direkt mit der Integration mehrerer Zukäufe zusammen.
Bis zu 1.000 Jobs auf der Streichliste
ServiceNow ist 2026 mit etwa 29.000 Beschäftigten gestartet. Aktuell zählt der Konzern rund 30.000 Mitarbeiter. Bis zum Jahresende soll die Belegschaft wieder auf das Ausgangsniveau zurückgehen — macht unterm Strich rund 1.000 Stellen, die wegfallen.
Der Abbau läuft über mehrere Monate verteilt und ist Teil einer geplanten Neuausrichtung nach den Übernahmen von Moveworks, Veza und Armis. Zahlen zwischen 3.000 und 5.000 gestrichenen Stellen, die zuletzt in sozialen Medien kursierten, seien deutlich übertrieben. Das bestätigten mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Auch Business Insider hatte in dieser Woche über Kürzungen berichtet. Ein Unternehmenssprecher sprach dort von einem „niedrigen einstelligen Prozentsatz“ der Gesamtbelegschaft, der über mehrere Monate im laufenden Jahr betroffen sei.
McDermott: Wachstum, nicht Kostendruck
CEO Bill McDermott stellt die Restrukturierung als Effizienzmaßnahme dar — nicht als Zeichen wirtschaftlicher Not. „Wir sind ein Wachstumsunternehmen, und wir werden wachsen. Wir werden schnell wachsen“, sagte er im Juli beim Earnings-Call zum zweiten Quartal.
Sein Versprechen: ServiceNow beendet den Umbau 2026 und startet 2027 mit exakt der Belegschaftsgröße von vor den Übernahmen. Die Integrationsarbeit soll dabei helfen, operative Marge und Free-Cashflow-Marge zu steigern.
Der Zeitpunkt der Berichte fällt in eine Phase, in der ServiceNow eigentlich Investoren beruhigen wollte. Die Zahlen zum zweiten Quartal lagen über der eigenen Prognose, der Ausblick für den Abo-Umsatz wurde angehoben. McDermott sprach von „erstklassigen Fundamentaldaten“ und verwies auf die sogenannte Rule of 56 — ein Kennwert aus Umsatzwachstum und Profitabilität, bei dem der Konzern auf dem Weg zur Rule of 60 sei.
Als Beleg für die KI-Strategie nannte er zudem den Einsatz von agentenbasierter KI-Software, der sich in neun Monaten verneunfacht habe. Die vertraglich gesicherten künftigen Umsätze („Remaining Performance Obligations“) liegen bei 29 Milliarden Dollar.
Jahresverlust bleibt trotz Erholung hoch
Der jüngste Kursanstieg täuscht über die Gesamtbilanz des Jahres hinweg. Seit Jahresbeginn steht die Aktie noch immer mit über 24 Prozent im Minus. Auslöser sind Sorgen, dass KI-Tools klassische Unternehmenssoftware langfristig verdrängen könnten.
Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich ServiceNow gerade: Der Konzern positioniert sich selbst als Kontrollebene für autonome KI-Agenten in Unternehmen. Der aktuelle Stellenabbau zeigt aber, dass die Integration der jüngsten Zukäufe kurzfristig Reibung erzeugt — auch wenn das Management langfristig an seinen Wachstumszielen festhält.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 65,48 Prozent, ein Hinweis auf die aktuell hohe Kursunsicherheit rund um den Titel. Investoren dürften in den kommenden Wochen genau darauf achten, wie schnell McDermott Klarheit über Tempo und Umfang der Restrukturierung liefert — insbesondere mit Blick auf die laufende Integration von Moveworks, Veza und Armis bis zum Jahresende.
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