ServiceNow Aktie: Datenleck treibt Kurs auf 92,70 Euro
Ein Sicherheitsvorfall bei ServiceNow und steigende Zinsen setzen die Aktie unter Druck. Die Schwachstelle wurde bereits geschlossen, das Vertrauen muss sich erst erholen.

- Kursrutsch auf 92,70 Euro
- Sicherheitslücke in der API-Infrastruktur
- Geschlossene Lücke am 5. Juni
- Starkes Abo-Wachstum von 22 Prozent
ServiceNow meldet einen kritischen Sicherheitsvorfall. Unbefugte griffen über eine ungeschützte Schnittstelle auf Kundendaten zu. Die Börse reagierte am Dienstag nervös. Der Kurs rutschte auf 92,70 Euro ab.
Das Problem liegt in der API-Infrastruktur der Plattform. Angreifer nutzten einen unauthentifizierten Zugangspunkt. Sie fragten gezielt sensible Informationen ab. Dies betrifft vor allem die sogenannte Australia-Version der Software.
ServiceNow schloss die Sicherheitslücke bereits am 5. Juni 2026. Die offizielle Bestätigung am Dienstag sorgte dennoch für Unruhe. Ermittler verfolgten die Angriffe bis zu einer spezifischen IP-Adresse zurück. Eine formelle Risikoeinstufung der Schwachstelle steht noch aus.
Gegenwind von den Zinsmärkten
Ein schwieriges Marktumfeld verstärkte den Abwärtsdruck. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 4,55 Prozent. Das drückt typischerweise die Bewertungen von wachstumsstarken Tech-Konzernen.
Parallel dazu dämpfen starke US-Arbeitsmarktdaten die Zinshoffnungen. Im Mai entstanden 172.000 neue Stellen. Eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank rückt damit in weite Ferne. Das drückte den gesamten Softwaresektor ins Minus.
Hohe Volatilität prägt das Bild
Die jüngsten Turbulenzen hinterlassen Spuren im Chart. Auf Wochensicht verlor das Papier 8,85 Prozent. Auf Monatssicht steht allerdings noch ein Plus von rund 19 Prozent. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 50,2 eine neutrale Dynamik.
Die Folge: extreme Schwankungen. Die annualisierte Volatilität springt auf fast 80 Prozent. Insider agieren derweil auffällig vorsichtig. Das Management verkaufte in den vergangenen Monaten Aktien für 2,7 Millionen US-Dollar, während Käufe komplett ausblieben.
Operativ wächst der Softwarekonzern stark. Die Aboeinnahmen stiegen im ersten Quartal um 22 Prozent. Das Management hob kürzlich sogar die Jahresprognose an.
Nun rückt die Integration der übernommenen Firma Armis in den Fokus. Diese Übernahme drückt kurzfristig auf die Gewinnmargen. ServiceNow muss die Sicherheitslücke zügig aufarbeiten, um das Vertrauen der Großkunden im wichtigen KI-Geschäft zu sichern.
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