ServiceNow Aktie: Erholung mit Haken
ServiceNow erholt sich von Tiefs durch neue KI-Produkte und eine große Akquisition, bleibt aber unter dem Vorjahreshoch. Die Quartalszahlen zeigten Wachstum, doch der Markt fokussiert sich auf Margenentwicklung.

- Starke Quartalszahlen mit Umsatz- und Gewinnwachstum
- Neue KI-Lösungen für den öffentlichen Sektor vorgestellt
- Übernahme von Armis für 7,75 Milliarden US-Dollar
- Ausblick für 2026 mit weiterem Subskriptionswachstum
ServiceNow hat sich nach einem deutlichen Rücksetzer von seinen Mehrmonatstiefs spürbar erholt. Treiber waren eine Serie neuer KI-Produkte, mehrere Partnerschaften und ein großer Zukauf. Trotzdem liegt der Titel weiterhin klar unter dem 2025er-Hoch – und das Sentiment für hoch bewertete Softwarewerte bleibt fragil.
Am Freitag notierte die Aktie bei 124,34 US-Dollar. Damit ist die Erholung zwar sichtbar, aber längst nicht abgeschlossen.
Kursdruck trotz guter Q4-Zahlen
Zwischen Anfang Dezember und Anfang März rutschte die Aktie um 34% ab. Das passierte, obwohl der Umsatz in diesem Zeitraum um 4,8% zulegte und die Q4-Subscriptions um 21% anzogen. Der Markt fokussierte sich stattdessen auf Sorgen über nachgebende Margen – und auf den breiten Tech-Abverkauf.
Erst Anfang März kam wieder Schwung in die Gegenbewegung. Am Donnerstag stieg der Kurs in der Früh-Session um 5,2%, nachdem ServiceNow neue KI-Lösungen speziell für den öffentlichen Sektor vorgestellt hatte.
Operativ lieferte das Unternehmen im vierten Quartal 2025 ab: Der Gewinn je Aktie lag bei 0,92 US-Dollar, der Umsatz bei 3,57 Mrd. US-Dollar. Subscription-Umsätze erreichten 3,466 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 19,5% gegenüber dem Vorjahr. Der Free Cashflow stieg auf 4,6 Mrd. US-Dollar (+34%). Dennoch fiel die Aktie nachbörslich um 11,43% auf 116,73 US-Dollar.
Auch die Pipeline wuchs: Die aktuellen verbleibenden Leistungsverpflichtungen (cRPO) lagen bei 12,85 Mrd. US-Dollar (+25% yoy).
KI-Offensive im öffentlichen Sektor
Auf dem jährlichen Government Forum präsentierte ServiceNow „EmployeeWorks“, das mit Conversational AI Beschäftigte in Behörden unterstützen soll. Dazu kam „Autonomous Workforce“: KI-Spezialisten, die Aufgaben in sicheren Government-Cloud-Umgebungen ausführen sollen.
Die Produktoffensive folgte auf die jüngste Übernahme von Moveworks. Strategisch ist der Fokus auf den öffentlichen Sektor ein klares Signal: Solche Verträge gelten als groß, langfristig und oft besonders beständig – das passt zum abonnementbasierten Modell.
Zusätzlich erhielt ServiceNow von Forrester eine Leader-Einstufung für Public-Sector-Lösungen, unter Verweis auf eine „aggressive KI-Strategie“. Außerdem vereinbarte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Autonomize AI für KI-gestützte Healthcare-Lösungen und stufte den globalen IT-Dienstleister FPT zum Premier Partner hoch, um KI-Transformationen in Unternehmen zu beschleunigen.
7,75 Milliarden für Armis – Ausbau Richtung Cybersecurity
Parallel zur KI-Agenda erweitert ServiceNow das Feld in Richtung Cybersecurity. Das Unternehmen kündigte die Übernahme des OT-Sicherheitsanbieters Armis an. Der Kaufpreis: 7,75 Mrd. US-Dollar in bar.
Armis soll mit ServiceNow-Workflows verzahnt werden, um Schutz und Lifecycle-Management „End-to-End“ zu unterstützen – auch in Umgebungen mit cyber-physischen Assets, etwa in Fertigung und Gesundheitswesen. Über die Verbindung mit der „ServiceNow AI Control Tower“-Plattform will das Unternehmen zudem sein Security-Portfolio stärken und Anforderungen rund um Identity Governance und Exposure Management in KI-getriebenen Umgebungen adressieren.
Bewertung, Guidance und der zentrale Konflikt
Der größere Hintergrund des Rücksetzers ist eine Neubewertung von Enterprise-Software: Der Sektor geriet unter Druck, auch wegen Sorgen vor disruptiven neuen Technologien. Im Kern dreht sich die Debatte darum, ob der „Now Assist“-Upsell-Zyklus schneller wachsen kann als der mögliche Margen- und Preisdruck durch Microsofts gebündelte KI-Angebote.
Für 2026 stellte ServiceNow Subscription-Umsätze von 15,53 bis 15,57 Mrd. US-Dollar in Aussicht (19,5% bis 20% Wachstum). Zudem erwartet das Unternehmen eine operative Marge von 32% sowie eine Free-Cashflow-Marge von 36%.
Der nächste harte Termin für den Marktcheck kommt bald: Am 29. April legt ServiceNow die nächsten Quartalszahlen vor – dann wird sich zeigen, ob das KI-getriebene Wachstum auch die von Anlegern geforderte Margenentwicklung untermauert.
ServiceNow-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ServiceNow-Analyse vom 9. März liefert die Antwort:
Die neusten ServiceNow-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ServiceNow-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
ServiceNow: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




