ServiceNow Aktie: Guggenheim stuft auf Buy hoch
Uneinigkeit bei Analysten zu ServiceNow: Kursziele zwischen 125 und 145 Dollar. Quartalszahlen am 22. Juli als nächster Test.

- Truist erhöht Kursziel auf 130 Dollar
- Goldman Sachs senkt Ziel auf 145 Dollar
- Guggenheim stuft auf Kaufen hoch
- Quartalsbericht am 22. Juli erwartet
Drei Banken, drei völlig unterschiedliche Meinungen zu ServiceNow. Truist hebt das Kursziel an, Goldman Sachs senkt es deutlich, Guggenheim stuft die Aktie gleich komplett hoch. Für Anleger bedeutet das vor allem eines: Unsicherheit über den fairen Wert des Softwarekonzerns.
ServiceNow-Aktien notieren aktuell bei 94,10 Euro, ein Minus von 1,30 Prozent gegenüber dem Donnerstagsschluss von 95,34 Euro. Der Kurs bewegt sich damit in einem Umfeld, in dem Wall-Street-Analysten binnen weniger Tage gegensätzliche Signale senden.
Kursziele driften auseinander
Truist hob sein Kursziel für ServiceNow von 120 auf 130 Dollar an. Nur Stunden zuvor ging Goldman Sachs den entgegengesetzten Weg und senkte sein Ziel von 163 auf 145 Dollar. Diese Kluft zeigt, wie unterschiedlich Analysten das Wachstumspotenzial des Unternehmens gegen die Nervosität im gesamten Softwaresektor abwägen.
Noch bemerkenswerter fällt der Schritt von Guggenheim aus. Die Bank stufte ServiceNow von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und nannte ein Kursziel von 125 Dollar. Die Begründung: Beim aktuellen Kursniveau ergebe sich eine „attraktive Gelegenheit“. Die Aktie legte nach dem Upgrade zu — Guggenheim argumentiert, die Bewertung sei trotz anhaltender KI-Risiken inzwischen wieder attraktiv geworden.
Schwaches erstes Halbjahr, starkes operatives Geschäft
Der Streit unter den Analysten folgt auf ein hartes erstes Halbjahr für die Aktie. Laut Daten von S&P Global Market Intelligence verlor ServiceNow in diesem Zeitraum 36 Prozent an Wert. Auslöser war die Sorge vieler Investoren, dass sogenannte agentische KI klassische SaaS-Geschäftsmodelle grundlegend verändern könnte — Marktbeobachter sprechen bereits von einer „SaaSpocalypse“.
Das operative Geschäft zeigt davon bislang wenig. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Abonnementumsatz um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Management rechnet für das zweite Quartal und das Gesamtjahr mit ähnlichen Wachstumsraten.
Teuer bleibt die Aktie trotzdem. Beim aktuellen Kurs liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der vergangenen zwölf Monate bei 64 — hoch im Branchenvergleich, aber deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren.
Erhöhte Schwankungsbreite
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt aktuell bei 60,61 Prozent. Das spiegelt die heftigen Kursausschläge der vergangenen Wochen wider. Der RSI von 55,3 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation.
Über die vergangenen sieben Tage legte die Aktie um 2,39 Prozent zu, über 30 Tage um 2,35 Prozent. Kurzfristig hat sich der Kurs damit stabilisiert — von den Turbulenzen des ersten Halbjahres ist das allerdings weit entfernt.
Nächster Prüfstein: die Quartalszahlen
ServiceNow legt seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026, das am 30. Juni endete, nach US-Börsenschluss am Mittwoch, den 22. Juli 2026, vor. Der Bericht dürfte zeigen, ob die angekündigte Umsatzguidance hält. Analysten achten dabei besonders auf die verbleibenden Vertragsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations) als Indikator für die künftige Nachfrage.
Mit Kurszielen zwischen 130 und 145 Dollar allein bei den beiden zuletzt aktiven Großbanken bleibt die Bandbreite der Erwartungen breit. Der Quartalsbericht am 22. Juli dürfte zeigen, welche Seite der Wall Street mit ihrer Einschätzung näher an der Realität liegt.
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