ServiceNow Aktie: Hauptversammlung am 21. Mai entscheidet

Kurse auf Mehrjahrestiefs, eine umstrittene Aktionärsabstimmung und eine milliardenschwere Übernahme, die die Margen belastet — bei ServiceNow verdichten sich die Probleme ausgerechnet vor der Jahreshauptversammlung am 21. Mai.
Aktionäre streiten um Mitspracherechte
Im Mittelpunkt der Versammlung steht ein Antrag auf das Recht zur schriftlichen Beschlussfassung. Damit könnten Aktionäre künftig wichtige Unternehmensentscheidungen außerhalb formeller Hauptversammlungen herbeiführen — ohne auf den nächsten Abstimmungstermin warten zu müssen. Der Vorstand empfiehlt, dagegen zu stimmen, und verweist auf bestehende Beteiligungsformate.
Das klingt nach einer technischen Governance-Debatte. Ist es aber nicht. Bei einem Kursrückgang von mehr als 41 Prozent seit Jahresbeginn wächst der Druck institutioneller Investoren auf das Management — und solche Abstimmungen werden zum Stimmungsbarometer. Proxy-Berater und große Fondsgesellschaften beobachten die Abstimmung genau.
Auf der Tagesordnung stehen außerdem die Wahl von neun Direktoren — darunter Zoom-Gründer Eric Yuan als neuer Kandidat —, eine Abstimmung über die Vorstandsvergütung sowie die Erweiterung des Mitarbeiteraktienoptionsprogramms.
Quartalszahlen enttäuschen trotz Wachstum
Der Kursverfall hat einen konkreten Auslöser: Nach den Q1-Zahlen brach die Aktie im vorbörslichen Handel um rund 13 Prozent ein. Dabei wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 3,77 Milliarden Dollar — leicht über den Erwartungen. Das Abonnementgeschäft legte ebenfalls um 22 Prozent zu.
Was Anleger störte, war die Qualität des Wachstums. Das Management meldete einen Gegenwind von 75 Basispunkten beim Abonnementumsatz, verursacht durch verzögerte On-Premises-Deals im Nahen Osten. Für das zweite Quartal deutet die Guidance auf ein langsameres organisches Wachstum beim vertraglich gesicherten Restauftragsvolumen hin.
Armis-Übernahme drückt auf die Margen
Hinzu kommt die Übernahme des Cybersecurity-Spezialisten Armis für rund 7,75 Milliarden Dollar in bar — finanziert aus Eigenmitteln und Fremdkapital. Armis erweitert ServiceNows Angebot um Echtzeit-Erkennung und Schutz von IT-, OT- und IoT-Assets sowie medizinischen Geräten und Cloud-Infrastruktur. Das Marktpotenzial im Sicherheitssegment soll sich dadurch mehr als verdreifachen.
Kurzfristig kostet das. Das Management senkte die operative Margenprognose für 2026 auf 31,5 Prozent und die Free-Cashflow-Marge auf 35 Prozent. Normalisierung ist erst für 2027 geplant.
Wall Street bleibt optimistisch
Trotz des Kursrutsches hält die Analystengemeinde an ihrer konstruktiven Einschätzung fest. Von 35 Analysten empfehlen 30 die Aktie zum Kauf, vier raten zum Halten, einer zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 163,50 Dollar — rund 59 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Das Management hob die Abonnementumsatzprognose für 2026 auf 15,735 bis 15,775 Milliarden Dollar an. Langfristig peilt ServiceNow mehr als 30 Milliarden Dollar Abonnementumsatz bis 2030 an, kombiniert mit einer „Rule of 60“ — Umsatzwachstum plus Gewinnmarge sollen zusammen mindestens 60 Prozent ergeben.
Wie die institutionellen Aktionäre am 21. Mai abstimmen, wird zeigen, ob das Vertrauen in die Führung trotz turbulenter Monate intakt ist — oder ob der Vorstand erstmals echten Gegenwind aus den eigenen Reihen spürt.
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