ServiceNow Aktie: KI-Umsatz verneunfacht

ServiceNow steigert KI-Auftragswert und CRM-Erlöse deutlich, während volatile Kurse und unterschiedliche institutionelle Käufe das Bild prägen.

Die Kernpunkte:
  • KI-Auftragswert übersteigt zwei Milliarden Dollar
  • ServiceNow erhöht KI-Ziel für 2026
  • BTIG hebt Kursziel auf 170 Dollar
  • Institutionelle Anleger handeln uneinheitlich

ServiceNow hat binnen einer Woche auf zwei großen Technologiekonferenzen neue Zahlen zu seinem KI-Geschäft präsentiert und damit die Wachstumsstory des Softwareanbieters untermauert.

Bei der Global TMT Conference von Citi hob das Unternehmen sein Ziel für den annualisierten KI-Auftragswert (ACV) für 2026 auf 1,5 Milliarden US-Dollar an, nachdem die Marke von 1 Milliarde Dollar bereits überschritten wurde. Am langfristigen Umsatzziel von 30 bis 32 Milliarden US-Dollar bis 2030 hält ServiceNow fest.

Nur wenig später folgte ein weiterer Auftritt bei der Communacopia + Technology Conference von Goldman Sachs. Dort berichtete ServiceNow, der KI-Umsatz sei binnen neun Monaten um das Neunfache gestiegen, die Erlöse im Bereich CRM hätten sich im Jahresvergleich verdoppelt.

Der ACV insgesamt habe die Schwelle von 2 Milliarden US-Dollar überschritten. Für Anleger unterstreichen die Auftritte, dass das Management die im Sommer bekräftigten KI-Ambitionen nicht nur hält, sondern beschleunigt.

Kursverlauf bleibt volatil

Der Aktienkurs spiegelt die positive Nachrichtenlage nur bedingt wider. Am Freitag schloss das Papier bei 114,15 Euro, ein Plus von 1,0 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht steht dennoch ein Rückgang von 6,2 Prozent zu Buche, während sich der Kurs über 30 Tage um 5,7 Prozent verbessert hat.

Die annualisierte Volatilität von 56 Prozent zeigt, wie nervös der Handel mit der Aktie trotz der positiven operativen Nachrichten bleibt. Der RSI von 52,2 signalisiert dabei weder eine Überkauft- noch eine Überverkauft-Situation.

Analysten und Investoren reagieren

Die Analysten von BTIG reagierten auf die jüngsten Entwicklungen mit einer Anhebung ihres Kursziels von 150 auf 170 US-Dollar, verbunden mit einer Kaufempfehlung. Die Einschätzung wurde am Donnerstag bekannt.

Auf Investorenseite zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Saudi Central Bank stockte ihre Position im zweiten Quartal um 91,2 Prozent auf, nun hält sie 73.220 Aktien. Auch Virginia Retirement Systems kaufte im selben Zeitraum zu und erwarb 284.802 Aktien.

Gegenläufig bewegte sich Amundi, das seinen Bestand um 8,4 Prozent reduzierte und rund 962.000 Aktien verkaufte, aber weiterhin 10,5 Millionen Aktien hält. Solche gegenläufigen Bewegungen institutioneller Anleger sind für sich genommen kein Alarmsignal, sie zeigen aber, dass die Bewertung der Aktie unter Fachleuten durchaus unterschiedlich eingeschätzt wird.

Ökosystem wächst weiter

Auch abseits der großen Konferenzauftritte expandiert das Umfeld rund um die ServiceNow-Plattform. Medienberichten zufolge brachte der Anbieter RoboMQ eine neue Anwendung namens Hire2Retire IGA in den ServiceNow Store ein, die Funktionen zur Identitätsverwaltung ergänzt.

Solche Drittanbieter-Apps erweitern das Angebot der Plattform und tragen zur Bindung von Unternehmenskunden bei, auch wenn sie für sich genommen keinen unmittelbaren Kurstreiber darstellen.

Insgesamt zeichnet sich ab, dass ServiceNow seine KI-Strategie mit konkreten, wachsenden Kennzahlen unterlegt und damit versucht, Zweifel an der Nachhaltigkeit des Wachstums zu zerstreuen. Ob dies ausreicht, um die Kursschwankungen der vergangenen Wochen zu beruhigen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.

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