ServiceNow Aktie: Security-Sparte überschreitet 1 Milliarde Dollar
ServiceNow überschreitet im Security-Bereich die Milliardenmarke und präsentiert autonome KI-Lösungen. Analysten sehen trotz Margendrucks deutliches Kurspotenzial.

- Security-Sparte erreicht Milliarden-Vertragswert
- Autonome Sicherheitslösungen vorgestellt
- KGV-Rückgang bei stabilem Wachstum
- Margendruck durch KI-Investitionen
ServiceNow will nicht länger nur als teurer IT-Service-Anbieter gelten. Mein Eindruck: Der Konzern schreibt sich gerade als Cybersecurity- und Autonomous-AI-Powerhouse neu. Gestern legte die Aktie um 3,51 Prozent zu und schloss bei 102,70 Euro — für mich ein erstes Signal, dass der Markt diese neue Erzählung kauft.
Eine Milliarden-Säule namens Security
Das stärkste Argument für meine bullische Haltung liefert das Sicherheitsgeschäft. ServiceNow hat bestätigt: Der Bereich Security & Risk hat die Marke von einer Milliarde Dollar jährlichem Vertragswert überschritten. CEO Bill McDermott sagt, dieses Segment wachse schneller als viele spezialisierte Top-Cybersecurity-Firmen. Das ist keine Nebenbemerkung, das ist eine Kampfansage an etablierte Security-Anbieter.
Das Wachstum zeigt sich auch im Kerngeschäft. In 80 Prozent der größten Verträge sind mittlerweile Cyber-Lösungen enthalten. Am 4. August 2026 legte ServiceNow nach und stellte „Autonomous Security“ vor — sechs vereinte Lösungen, darunter Agentic Incident Response und Cyber-Physical Security. Sogenannte „AI Specialists“ sollen Workflows automatisieren.
Der Ansatz trifft einen wunden Punkt: Große Unternehmen betreiben im Schnitt über 70 verschiedene Sicherheitstools parallel. ServiceNow positioniert sich hier als „Plattform der Plattformen“ für das KI-Zeitalter. Das ist ambitioniert, aber genau diese Konsolidierungslogik hat in der Vergangenheit schon andere Plattform-Anbieter groß gemacht.
Die Bewertung hat sich zurückgesetzt
Der Kurs legte über 30 Tage um 8,88 Prozent zu. Trotzdem wirkt die Aktie für mich nicht überhitzt — im Gegenteil. Das Kursziel-KGV, einst bei bis zu 60, ist Berichten zufolge auf etwa 23 geschrumpft. Das ist der eigentliche Clou dieser Geschichte: Die operative Substanz ist gewachsen, während die Bewertung zurückgekommen ist.
Zahlen belegen das. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg um 25 Prozent im Jahresvergleich. Die Remaining Performance Obligation kletterte um 21 Prozent auf 29 Milliarden Dollar — ein Indikator für zukünftige Umsätze, der selten lügt.
Auch beim Vordringen ins Großkundengeschäft liefert ServiceNow. Die Zahl der Kunden mit einem Jahresvertragswert über 5 Millionen Dollar stieg von 533 auf 658. Das Kursziel des Analystenkonsens liegt bei 121,68 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von 18,5 Prozent entspricht. Für mich sprechen die Chancen für eine fortgesetzte Erholung — die Kombination aus fallendem KGV und stabilem Wachstum trägt für mich Züge eines „Generational Buy“.
Die Kosten der KI-Transformation
Ein ausgewogenes Bild braucht auch die Kehrseite. Der Umbau kostet Marge. Die GAAP-Subscription-Margen litten unter einem Gegenwind von 250 Basispunkten, verursacht durch reale KI-Inferenzkosten. Das ist der Preis dafür, Agentic-AI-Funktionen tatsächlich auszurollen, statt sie nur anzukündigen.
Hinzu kommt: ServiceNow musste kürzlich eine Sicherheitslücke schließen, die unautorisierten Zugriff in bestimmten Konfigurationen ermöglichte. Eine Erinnerung daran, dass auch Security-Anbieter selbst nicht immun gegen Schwachstellen sind — eine gewisse Ironie, die man im Hinterkopf behalten sollte.
Das Marktumfeld bleibt trotzdem unterstützend. Der Softwaresektor hat zuletzt einen wichtigen Stimmungstest bestanden, nachdem Branchengrößen wie Palantir explosive Wachstumszahlen meldeten. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 100 Milliarden Euro und einem RSI von 61,6 bewegt sich ServiceNow charttechnisch in einer soliden Zone — weder überkauft noch schwach. Der Wandel hin zu autonom agierenden KI-Agenten, die Sicherheitslücken selbstständig schließen, liefert für mich genau den Katalysator, der die aktuelle Bewertungsprämie rechtfertigt und den Weg zum Kursziel von 121,68 Euro stützt.
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