ServiceNow Aktie: Vertrauenswürdige Stabilität!

ServiceNow stellt autonome KI-Arbeitskräfte vor, die Aufgaben komplett automatisieren sollen. Die Aktie reagierte positiv, nachdem sie zuvor unter Druck stand. Das Unternehmen setzt die Technologie bereits erfolgreich intern ein.

Die Kernpunkte:
  • Vorstellung von 'Autonomous Workforce' und 'EmployeeWorks'
  • Aktie legte nach Ankündigung fast fünf Prozent zu
  • Erster autonomer IT-Support-Agent startet im zweiten Quartal 2026
  • Interne Nutzung zeigt 90% autonome Ticketbearbeitung

ServiceNow zieht die Schrauben bei agentischer KI deutlich an. Mit den neuen Angeboten „Autonomous Workforce“ und „EmployeeWorks“ will der Konzern Aufgaben nicht nur unterstützen, sondern in Teilen komplett automatisiert abarbeiten lassen – inklusive Governance und klarer Zuständigkeiten. Genau das hat am Markt zunächst überzeugt: Die Aktie legte nach der Vorstellung fast 5% zu.

Doch warum kommt eine Produktneuheit gerade jetzt so gut an, obwohl der Kurs zuvor lange unter Druck stand? Weil ServiceNow damit ein konkretes Einsatzmodell liefert – und zugleich eigene Ergebnisse als Beleg anführt.

Zwei Produkte, ein Ziel: Arbeit automatisieren

„Autonomous Workforce“ beschreibt laut ServiceNow KI-Spezialisten, die Jobs mit dem nötigen Umfang, Berechtigungen und Kontrollmechanismen für den Unternehmenseinsatz ausführen sollen. Menschen sollen dadurch mehr Zeit für strategische Aufgaben und individuelle Kundenanliegen gewinnen.

Parallel dazu stellte ServiceNow „EmployeeWorks“ vor. Das Produkt kombiniert die Conversational-AI und Enterprise-Suche von Moveworks mit dem ServiceNow-Portal und autonomen Workflows. Ergebnis: Mitarbeiter sollen Anfragen in natürlicher Sprache stellen können, die dann regelkonform über mehrere Systeme hinweg „Ende-zu-Ende“ ausgeführt werden – laut Unternehmen für nahezu 200 Millionen Beschäftigte.

Moveworks bleibt dabei weiterhin auch als eigenständiges Produkt im Portfolio verfügbar.

Was konkret geliefert wird – und wann

Als erster „KI-Spezialist“ kommt ein „Level 1 Service Desk AI Specialist“ für IT-Support. Dieser soll typische Anfragen wie Passwort-Resets, Software-Berechtigungen oder Netzwerk-Fehlerbehebung selbstständig diagnostizieren und lösen. Grundlage sind unter anderem Wissensdatenbanken, historische Ticketdaten und proaktive Remediation-Workflows. Der Agent soll rund um die Uhr arbeiten und Fälle bei Bedarf an Menschen eskalieren.

ServiceNow spricht zwar von agentischer Orchestrierung seit Anfang 2025, mit dem aktuellen Update geht es aber in Richtung „voll autonom“. Der Level-1-Service-Desk-Agent soll im zweiten Quartal 2026 allgemein verfügbar werden.

Eigene Nutzung als Referenz

ServiceNow betont, die Technologie intern bereits einzusetzen. Demnach werden 90% der eigenen IT-Anfragen von Mitarbeitern autonom bearbeitet – und Fälle würden 99% schneller gelöst als durch menschliche Agents.

Ein Stresstest kam laut Unternehmen direkt nach dem Moveworks-Zukauf Mitte Dezember: Das Ticketvolumen im internen Helpdesk habe sich über Nacht verdoppelt, Service-Level-Agreements seien dennoch nicht gerissen worden.

Technisch setzt ServiceNow dabei auf eine zusätzliche Architekturschicht namens „Role Automation“. Der Unterschied zu klassischen KI-Agenten: Statt zur Laufzeit zu „ermitteln“, was erlaubt ist, soll das Modell stärker über Rollen, Grenzen, Governance und Auditierbarkeit strukturiert sein – ein Punkt, der in Unternehmensumgebungen zentral ist.

Kursbild, Zahlen und Kapitalmaßnahmen

Die Produktankündigung fällt in eine schwierige Phase für die Aktie. Trotz besser als erwarteter Ergebnisse für Q4 und das Geschäftsjahr 2025 fiel der Kurs am Tag der Zahlen um 11%. Auf Jahressicht summierte sich der Rückgang laut Vorlage auf 50%. Ähnlich erging es Wettbewerbern: Salesforce minus 40%, Adobe minus 35% binnen eines Jahres.

Operativ meldete ServiceNow für Q4 2025 ein Abo-Umsatzniveau von 3,4 Mrd. Dollar, ein Plus von 21% gegenüber Vorjahr. Für 2026 stellte das Unternehmen rund 15,5 Mrd. Dollar an Subscription Revenue in Aussicht, etwa 20% Wachstum auf konstante Wechselkurse gerechnet. Außerdem: Das Net-New-ACV von „Now Assist“ habe sich in Q4 2025 mehr als verdoppelt.

Beim Aktienrückkauf meldete ServiceNow für Q4 Repurchases von rund 597 Mio. Dollar. Zusätzlich genehmigte der Vorstand weitere 5 Mrd. Dollar. In einem Update vom 28. Januar kündigte das Management zudem einen zeitnahen beschleunigten Rückkauf über 2 Mrd. Dollar an.

Zum Thema Management-Signale: CEO William McDermott vereinbarte mit einem Broker den Kauf von ServiceNow-Aktien im Wert von 3 Mio. Dollar am 27. Februar zu Marktpreisen. Zudem beendeten McDermott, CFO Gina Mastantuono, Vice Chairman Nicholas Tzitzon, Chief People and AI Enablement Officer Jacqueline Canney sowie Special Counsel Russell Elmer ihre jeweiligen Rule-10b5-1-Pläne und strichen damit künftige geplante Aktienverkäufe.

Wettbewerb und der Anspruch als KI-Basislayer

ServiceNow positioniert sich auch gegen allgemeine KI-Assistenten. Viele Tools – genannt werden Microsoft Copilot und Google Gemini – setzen voraus, dass Mitarbeiter wissen, welches Werkzeug welches Problem löst. Moveworks sei dagegen auf einen zentralen Einstiegspunkt ausgelegt, der Anfragen automatisch weiterleitet. Moveworks brachte vor der Übernahme laut Text 5,5 Millionen Enterprise-Nutzer mit.

Auffällig ist zudem das Tempo bei Zukäufen: In den letzten zwölf Monaten nannte ServiceNow die drei teuersten Übernahmen der Firmengeschichte – Moveworks (2,85 Mrd. Dollar), Armis (7,75 Mrd. Dollar) und Veeza (Preis gerüchteweise 1–2 Mrd. Dollar).

Für das laufende Jahr erwartet ServiceNow aus KI-bezogenen Angeboten mehr als 1 Mrd. Dollar Umsatz.

Im Fokus der nächsten Quartale steht damit ein klarer Prüfstein: Ob der Schritt von „Workflow-Orchestrator“ hin zu einer grundlegenden Plattform-Schicht für unternehmensfähige agentische KI gelingt, soll sich auch daran zeigen, wie schnell die ersten autonomen Spezialisten – beginnend mit dem Level-1-Service-Desk-Agent im zweiten Quartal – in der Breite ausgerollt und genutzt werden.

ServiceNow-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ServiceNow-Analyse vom 28. Februar liefert die Antwort:

Die neusten ServiceNow-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ServiceNow-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

ServiceNow: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu ServiceNow