ServiceNow Aktie: Ziel auf 130 Dollar erhöht
Trotz jüngster Kursverluste sehen Experten ServiceNow dank KI-Strategie und neuer Partnerschaften im Aufwind.

- Kooperationen mit Accenture und Cognizant
- Analysten heben Kursziele an
- Quartalszahlen am 22. Juli erwartet
- Fokus auf RPO-Wachstum
ServiceNow steckt mitten im Spannungsfeld zwischen KI-Ängsten und KI-Chancen. Der Softwarekonzern verlor im Juni rund 20 Prozent, weil die Branche autonome KI-Agenten als Bedrohung für klassische Abo-Software sah. Jetzt zeigt sich: Genau diese Technologie könnte zum Wachstumstreiber werden.
Am Freitag schloss die Aktie bei 94,46 Euro, ein Tagesminus von 0,80 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 2,79 Prozent zu Buche, über 30 Tage sind es 2,74 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 97,30 Milliarden Euro.
Accenture und Cognizant bauen auf ServiceNow
Am 29. Juni starteten Accenture und ServiceNow gemeinsam neue KI-Dienste. Sie sollen Firmen den Wechsel von alten Risikoplattformen zu sogenannter „agentic AI“ erleichtern. Konkret geht es um verwaltete Sicherheitsdienste auf der ServiceNow-KI-Plattform sowie um automatisierte Migrationslösungen für veraltete Cybersicherheitssysteme.
Berichte vom 10. Juli rückten diese Kooperation erneut in den Fokus. Sie unterstreichen ServiceNows Rolle als zentrale „Orchestrierungsschicht“ für Unternehmens-KI-Strategien. Das Ziel: Kosten und Komplexität bei der Modernisierung von Risikomanagement und Cybersicherheit senken.
Auch Cognizant steigt ein. Der IT-Dienstleister will bis Ende 2026 tausende zertifizierte Ingenieure und Techniker über große Cloud-Partner hinweg einsetzen, ServiceNow eingeschlossen. Das Ökosystem um die Plattform wächst damit spürbar.
Analysten werden optimistischer
Truist-Analyst Miller Jump bestätigte seine Kaufempfehlung und hob das Kursziel auf 130 US-Dollar an, umgerechnet etwa 119,50 Euro. Jump verweist auf den „AI Control Tower“ von ServiceNow als entscheidende Steuerungsebene. Diese Funktion verschaffe dem Unternehmen einen Vorteil im sich wandelnden Softwaremarkt.
Bereits am 1. Juli hatte Guggenheim die Aktie auf „Buy“ hochgestuft. Beide Einschätzungen zeigen: Die Wall Street bewertet ServiceNows KI-Strategie zunehmend positiv.
Quartalszahlen am 22. Juli im Blick
Investoren richten den Blick nun auf die Zahlen zum zweiten Quartal 2026, die ServiceNow am 22. Juli veröffentlicht. Der Konsens erwartet einen Gewinn je Aktie von 0,76 US-Dollar bei einem Umsatz von 3,93 Milliarden US-Dollar.
Besonders im Fokus steht das Wachstum der Remaining Performance Obligations, kurz RPO. Im ersten Quartal 2026 lag dieser Wert bei 27,7 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 25 Prozent im Jahresvergleich. Bleibt dieses Tempo erhalten, dürfte das die aktuelle Bewertung stützen. Fällt es deutlich ab, geraten Zweifel an der Wachstumsgeschichte neue Nahrung.
Ruhe vor den Zahlen
Technisch betrachtet zeigt sich die Aktie derzeit neutral. Der 14-Tage-RSI steht bei 55,9, ein Wert ohne klare Richtungstendenz. Die annualisierte Volatilität über 30 Tage bleibt mit 60,55 Prozent hoch, ein Zeichen für anhaltende Nervosität rund um KI-Nachrichten und wechselnde Einschätzungen zum SaaS-Sektor.
Der Markt befindet sich nun in der „Quiet Period“ vor den Quartalszahlen. Bis zum 22. Juli dürfte sich zeigen, ob das RPO-Wachstum die hohen Erwartungen der Analysten rechtfertigt.
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