Setzt Leoni die Talfahrt fort?

Der Anbieter von Kabeln und Kabelsystemen für die Autoindustrie und andere Industriezweige Leoni kam an der Börse in den vergangenen Monaten regelrecht unter die Räder. Reduzierte Prognosen seitens der Unternehmensführung waren dabei sicherlich ein Grund.

 

© LEONI AG
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Auf der anderen Seite spürte das Unternehmen mit Sitz in Nürnberg auch die eingetrübte Stimmung an der Börse, bedingt u. a. durch den weiteren Verfall des Ölpreises, den Börsenturbulenzen in China und nicht zuletzt durch die zuletzt wieder deutliche Eintrübung der Aussichten hinsichtlich der Konjunktur in den USA.

 

Gesenkten Ziele wurden erreicht

Heute gab Leoni einen ersten Einblick in den Verlauf des letzten Geschäftsjahres. Danach belief sich nach vorläufigen Zahlen der Umsatz auf 4,5 Mrd. Euro. Positiv wirkten sich dabei Wechselkurseffekte aus. Der Konzern ging in seinen Erwartungen zuletzt von mindestens 4,4 Mrd. Euro an Umsätzen aus und konnte dieses Ziel somit erreichen.

Das EBIT sank von 182,5 Mio. Euro im Vorjahr auf 151 Mio. Euro. Darin enthalten ist ein positiver Einmaleffekt in Höhe von 19,6 Mio. Euro aus dem anteiligen Verkauf des Werkes im chinesischen Langfang. Bereinigt um diesen Effekt lag das EBIT damit leicht über der Prognose des Konzerns von 130 Mio. Euro.

Analysten rechneten im Vorfeld der Berichterstattung mit einem Umsatz von 4,45 Mrd. Euro und einem EBIT von 132 Mio. Euro.

 

Leoni blickt vorsichtig nach vorn

Zugleich sieht sich das Unternehmen weiterhin wirtschaftlich schwierigen Marktbedingungen ausgesetzt. Insofern fallen die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr recht verhalten aus.

Leoni erwartet in diesem Jahr einen Umsatz von 4,4 Mrd. Euro. Das EBIT soll bei 105 Mio. Euro liegen, wobei hierin bereits Kosten für Restrukturierungen von ca. 30 Mio. Euro enthalten sind.

 

Aktie setzt den Abwärtstrend fort

Zugleich zeigten sich auch die Analysten im Vorfeld der Veröffentlichtung der vorläufigen Zahlen verhalten in ihren Einschätzungen. Während die Experten von Kepler Cheuvreux ihre Einschätzung auf Reduce mit einem Kursziel von 28 Euro beließen, blieben die Experten der equinet AG bei ihrer neutralen Einschätzung mit einem gesenkten Kursziel von 35 auf 28 Euro.

160222 Leoni

Der Markt reagierte entsprechend auf die Zahlen. An der Frankfurter Börse ging es bisher um mehr als 6,5% abwärts. Bei Xetra gab die Aktie bereits am vergangenen Freitag um 5,5% nach und setzte damit den Abwärtstrend weiter fort. Es ist damit zu rechnen, dass sich dieser heute weiter verstärken wird.

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