SFC Energy Aktie: Siqens-Technologie übernommen

SFC Energy steigert Halbjahresumsatz und EBITDA deutlich. Ein Großauftrag über 42,7 Millionen Euro prägt die Auslastung bis Jahresende.

Die Kernpunkte:
  • Siqens-Technologie erweitert Leistungsangebot
  • 42,7-Millionen-Euro-Auftrag für Brennstoffzellensysteme
  • Halbjahresumsatz steigt auf 82 Millionen Euro
  • Jahresziele am oberen Korridorrand konkretisiert

Die operative Entwicklung bei SFC Energy ist im laufenden Geschäftsjahr von einer deutlichen Ausweitung der Kapazitäten und des Produktportfolios geprägt. Nachdem der Brennstoffzellenspezialist im Sommer sein Leistungsspektrum erweitert hat, steht nun die termingerechte Abwicklung des umfangreichen Auftragsbestands im Fokus. Anleger blicken vor allem auf die Integration der jüngsten Zukäufe und die Realisierung der angepeilten Jahresziele.

Portfolioerweiterung im Leistungsbereich bis fünf Kilowatt

Ein wesentlicher Baustein für das künftige Produktangebot ist der technologische Zukauf vom Sommer. Am 2. Juli übernahm SFC Energy wesentliche Vermögenswerte der insolventen Siqens GmbH. Zu dem Paket zählten Patente, Know-how, Markenrechte und Kundenbeziehungen sowie ein Technologiestandort in München und ausgewählte Mitarbeiter. Der Kaufpreis bewegte sich in einem hohen sechsstelligen Euro-Bereich.

Strategisch schließt das Unternehmen mit dieser Transaktion eine bestehende Lücke im Leistungssegment von 1 bis 5 Kilowatt. Die erworbene Methanol-Reformer-Brennstoffzellentechnologie ermöglicht es dem Konzern, künftig auch Anwendungen abzudecken, die über die bisherigen Leistungsklassen hinausgehen. Damit erweitert sich das Einsatzspektrum für industrielle Kunden und Behörden maßgeblich.

Rekordauftrag sichert Auslastung im zweiten Halbjahr

Neben der technologischen Verbreiterung sorgt vor allem die Abarbeitung von Großaufträgen für operative Dynamik. Den bisher größten Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte sicherte sich SFC Energy im Mai mit einem Volumen von 42,7 Millionen Euro. Die Vereinbarung umfasst die Lieferung von Brennstoffzellensystemen für Verteidigungs- und zivile Anwendungen in der Ukraine, finanziert im Rahmen der Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung.

Die Auslieferung der bestellten Einheiten begann im zweiten Quartal 2026 und soll planmäßig bis zum Ende des laufenden Jahres abgeschlossen werden. Dieses Großprojekt bildet das Rückgrat der operativen Auslastung für die verbleibenden Monate des Geschäftsjahres und stärkt die Visibilität der Erlöse.

Solide Basis durch starke Halbjahreszahlen

Die finanzielle Basis für diese Expansion legten die Halbjahreszahlen vor gut drei Wochen. In den ersten sechs Monaten kletterte der Konzernumsatz um 12 Prozent auf rund 82 Millionen Euro.

Gleichzeitig verdoppelte sich das bereinigte EBITDA auf 18,4 Millionen Euro, was einer Marge von 22,4 Prozent entsprach. Das bereinigte EBIT verbesserte sich auf 14 Millionen Euro. Getragen wurde dieses Wachstum von einem Auftragseingang in Höhe von 108,6 Millionen Euro, während der Auftragsbestand ein Niveau von 105 Millionen Euro erreichte.

Aufgrund dieser Entwicklung konkretisierte das Management die Jahresprognose vor rund einem Monat am oberen Ende des ursprünglichen Korridors. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet SFC Energy nun einen Konzernumsatz zwischen 166 und 175 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA wird in einer Spanne von 31,5 bis 34 Millionen Euro gesehen, während das bereinigte EBIT zwischen 21,5 und 25,5 Millionen Euro liegen soll.

An der Börse wird die operative Entwicklung honoriert: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 70 Prozent. Aktuell notiert das Papier bei 20,80 Euro und damit rund 19 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 17,52 Euro. Für das Erreichen der Jahresprognose bleibt entscheidend, dass die Lieferketten für die laufenden Großprojekte stabil bleiben.

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