SFC Energy – Verzögerung von Großaufträgen belastet

Der Anbieter von stationären und mobilen Hybrid-Stromversorgungslösungen SFC Energy präsentierte seine Zahlen für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres. Während diese die Erwartungen des Marktes sicher nicht erfüllen können, bieten neue Großaufträge Anlass zur Hoffnung.

 

© SFC Energy
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Im vergangenen Monat konnte SFC Energy zwei Aufträge einer internationalen Verteidigungsorganisation generieren. Zudem zog der Konzern einen initialen Auftrag der Bundeswehr an Land.

 

Umsatz und EBITDA unter Vorjahresniveau

Die Umsatzerlöse lagen im 1. Halbjahr mit 24,8 Mio. Euro unter denen des Vorjahreszeitraumes mit 26,2 Mio. Euro. Die entspricht einem Rückgang von 5,2%. Dieser ist laut SFC Energy auf die Verschiebung mehrerer Großaufträge in der Sparte Sicherheit und Industrie zurückzuführen. Dazu kommen weiterhin schwierige Marktbedingungen in der Sparte Öl und Gas.

Bezogen auf das 2. Quartal sanken die Umsatzerlöse von zuvor 13,2 Mio. Euro auf 12,2 Mio. Euro. Aufgrund der vorgenannten Verschiebung ging auch die Profitabilität des Unternehmens zurück.

Das EBITDA lag nach -1,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum aktuell bei -2,7 Mio. Euro. Um Sondereffekte bereinigt sank das EBITDA von zuvor -0,5 Mio. Euro auf -2 Mio. Euro. Ebenfalls abwärts ging es beim EBIT. Hier wurden nach -2,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum -3,9 Mio. Euro ausgewiesen. Bereinigt lag das EBIT nach -1,3 Mio. Euro im Vorjahr jetzt bei -2,7 Mio. Euro.

Die frei verfügbaren liquiden Mittel lagen per Ende Juni bei 3,8 Mio. Euro nach 6,1 Mio. Euro per Ende Dezember. Der Rückgang ist laut SFC Energy begründet durch das negative Konzernperiodenergebnis sowie vereinbarte weitere Kaufpreiszahlungen für eine Transaktion. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich von 58,4% per Dezember 2014 auf 56,8%.

 

Mit Öl & Gas kann SFC Energy punkten

Die Sparte Öl & Gas konnte im 1. Halbjahr den Umsatz um 2,8% auf 14,4 Mio. Euro steigern trotz des anhaltend niedrigen Ölpreises. Hierdurch waren viele Unternehmen gezwungen, ihre Ausgaben zu reduzieren und geplante Investitionen aufzuschieben.

Das Geschäft in Nordamerika konnte durch die Kooperation der kanadischen Tochter Simark Controls und Schneider Electric weiter ausgebaut werden. Weiterhin wurde eine neue Vertriebsvereinbarung zwischen Simark Controls und Gentherm Global Power Technologies geschlossen.

Aber auch intern hat SFC Energy die Kostenstruktur in diesem Segment an die Marktbedingungen angepasst. Dadurch sollen jährliche Einsparungen in Höhe von 1 Mio. Kanadischen Dollar erzielt werden.

Die Umsätze in der Sparte Sicherheit & Industrie lagen mit 8,0 Mio. Euro unter denen des Vorjahreszeitraumes mit 9,7 Mio. Euro. Ursache hierfür war die Verzögerung einiger Aufträge, welche jedoch mittlerweile abgeschlossen wurden.

Leicht gesunken sind die Umsätze in der Sparte Freizeit. Nach 2,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum ging es auf 2,3 Mio. Euro abwärts. Die Märkte in Skandinavien und Italien entwickelten sich weiter positiv, während jedoch die Lage in Frankreich weiterhin schwierig blieb. Stark verlief jedoch der Aufbau des Neugeschäftes an der Westküste in den USA und in Norwegen.

 

Ziele bleiben bestehen

Generell zeigte sich der Vorstand von SFC Energy mit dem Verlauf des ersten Halbjahres zufrieden, auch wenn durch die Verzögerung von mehreren Großprojekten ein negativer Effekt auf die Geschäftszahlen zu verzeichnen war.

An der Umsatzprognose von 55 bis 65 Mio. Euro hält der Vorstand weiterhin fest. So erwartet der Konzern für die zweite Jahreshälfte ein stärker werdendes Verteidigungsgeschäft. Zugleich will man auch die Profitabilität weiter verbessern. Erste Maßnahmen zur Anpassung der Kostenstruktur in Kanada und in den Niederlanden sind bereits erfolgt.

Erfahrungsgemäß verläuft das 3. Quartal eher schwach, da viele Öl- und Gasunternehmen ihre Sommerpausen verlängern, um Kosten zu sparen. Das 4. Quartal wird jedoch mit einem starken Geschäftsverlauf erwartet.

 

Anleger reagieren verschnupft

Nach Vorlage der Halbjahresergebnisse schickte der Markt die Aktie deutlich abwärts. Bisher ging es heute um 4,65% auf 4,90 Euro nach unten. Damit ändert sich im Wesentlichen für die Aktie nichts.

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Bereits seit Jahresanfang liegt diese in einer Seitwärtsbewegung. Der Markt hatte anscheinend mit einem besseren Ergebnis für die ersten sechs Monate gerechnet und reagierte entsprechend enttäuscht. Damit bleiben die Papiere weiterhin in der Spanne von 4,60 Euro bis 5,20 Euro, falls es nicht noch weiter abwärts geht.

Nachdem für das 3. Quartal eher schwache Zahlen in Aussicht gestellt werden, wird sich somit an dem jetzigen Chartbild kurzfristig nicht grundlegend etwas ändern.

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