Shell Aktie: Doppelschlag vor Zahltag

Shell setzt Aktienrückkäufe fort, während der anstehende Quartalsbericht durch einen Produktionsausfall in Katar und starke LNG-Volumen geprägt ist. Die Working-Capital-Belastung fällt hoch aus.

Die Kernpunkte:
  • Aktienrückkaufprogramm nähert sich dem Ende
  • Produktionsausfall in Katar drückt Gas-Förderung
  • LNG Canada-Projekt läuft mit hohen Volumina
  • Hohe Working-Capital-Belastung erwartet

Shell zieht die Daumenschrauben beim Aktienrückkauf an — und steuert gleichzeitig auf einen Quartalsbericht zu, der zwei gegensätzliche Kräfte offenbaren wird. Am 7. Mai liefern die Q1-Zahlen die Abrechnung.

Am 20. April kaufte Shell knapp 1,17 Millionen eigene Aktien zur Einziehung zurück, verteilt über mehrere Handelsplätze in London und Amsterdam. Der volumengewichtete Durchschnittspreis lag bei rund 32,70 Pfund beziehungsweise 37,57 Euro. Das läuft im Rahmen des laufenden Programms, das Morgan Stanley bis einschließlich 1. Mai eigenständig abwickelt.

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Das Milliarden-Programm läuft aus

Das aktuelle Rückkaufprogramm über 3,5 Milliarden Dollar nähert sich dem Ende — und markiert das 17. Quartal in Folge mit Rückkäufen von mindestens drei Milliarden Dollar. Shell hält dabei an seiner Ausschüttungsquote von 40 bis 50 Prozent des operativen Cashflows fest. Die Investitionsplanung bleibt mit 20 bis 22 Milliarden Dollar Capex für 2026 und darüber hinaus unverändert.

Qatar-Schaden trifft auf LNG-Rückenwind

Das erste Quartal war operativ alles andere als ruhig. Der Angriff auf Shells Pearl-Anlage im katarischen Ras Laffan — das weltweit größte Gas-to-Liquids-Werk mit einer Kapazität von 140.000 Barrel Öläquivalent täglich — zwang den Konzern im März zur Produktionsunterbrechung. Die Folge: Die Integrated-Gas-Produktion dürfte auf 880.000 bis 920.000 boed gefallen sein, nach 948.000 boed im Vorquartal.

Auf der anderen Seite läuft LNG Canada. Beide Züge des Projekts in Kitimat, British Columbia — Nordamerikas erste LNG-Exportanlage an der Westküste mit direktem Zugang zu asiatischen Märkten — sind inzwischen in Betrieb. Die LNG-Verflüssigungsvolumina lagen im ersten Quartal bei 7,6 bis 8,0 Millionen Tonnen, getragen vom Hochlauf des kanadischen Projekts.

Raffinerie-Margen und ein Milliarden-Loch in der Bilanz

Was die Rohölverarbeitung betrifft, dreht sich das Bild: Shell erwartet Raffineriemargen von 17 Dollar pro Barrel für Q1, nach 14 Dollar im Vorquartal. Marketing und Trading sollen ebenfalls deutlich besser abschneiden als in den Vergleichsperioden.

Weniger erfreulich ist der Blick auf das Working Capital. Wegen extremer Rohstoffpreisschwankungen und deren Wirkung auf Lagerbestände und Forderungen rechnet Shell mit einem negativen Working-Capital-Effekt von 10 bis 15 Milliarden Dollar. Hinzu kommt ein Anstieg der variablen Schiffsleasing-Verbindlichkeiten um drei bis vier Milliarden Dollar.

Ein weiterer Blick lohnt sich auf LNG Canada Phase 2: Eine Verdopplung der Kapazität auf 28 Millionen Tonnen jährlich steht im Raum, die finale Investitionsentscheidung soll noch 2026 fallen — das Projekt gilt in Kanada als nationales Interesse.

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