Shell Aktie: Drei Fronten gleichzeitig
Shell steht vor einem Quartalsupdate, einer Hauptversammlung und einem Steuerstreit in Australien, während die US-Energiebehörde steigende Rohölpreise prognostiziert.

- EIA erwartet Brent-Ölpreis von 115 Dollar pro Barrel
- Australien prüft Sondersteuer auf LNG-Exporte
- Aktie notiert auf 52-Wochen-Hoch
- Klimaaktivisten fordern neue Transparenz-Resolution
Shell steuert auf einen ungewöhnlich dichten Nachrichtenblock zu. Morgen folgt das Q1-Trading-Update, am 19. Mai die Hauptversammlung — und im Hintergrund eskaliert ein Steuerstreit in Australien. Dazu liefert die US-Energiebehörde EIA frische Zahlen, die das Umfeld für den Konzern grundlegend prägen.
Ölpreise auf dem Weg nach oben
Die EIA veröffentlichte am heutigen Dienstag ihren aktuellen Kurzfristausblick. Das Ergebnis: Die Behörde erwartet, dass Brent-Rohöl im zweiten Quartal 2026 auf 115 Dollar pro Barrel steigen wird. Im März lag der Durchschnittspreis bereits bei 103 Dollar. Hintergrund sind anhaltende Lieferausfälle rund um die Straße von Hormus — sechs Golfstaaten drosselten ihre Förderung im März um zusammen 7,5 Millionen Barrel pro Tag, im April soll dieser Wert auf 9,1 Millionen steigen.
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Für Shells LNG-Geschäft kommt ein weiterer Effekt hinzu: Die eingeschränkten Gasflüsse durch den Hormus haben die Preisdifferenz zwischen dem US-amerikanischen Henry-Hub-Preis und den europäischen sowie asiatischen Importpreisen deutlich ausgeweitet. Asiatische LNG-Spotpreise haben sich seit Beginn des Iran-Konflikts im Februar verdoppelt und erreichen Dreijahreshochs.
Q1-Update morgen — Analysten haben ihre Schätzungen erhöht
Laut LSEG-Daten haben Analysten ihre Gewinnschätzungen für das erste Quartal im Schnitt um 15 Prozent nach oben revidiert. Shell selbst erwartet für Q1 eine Upstream-Produktion von 1.700 bis 1.900 Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag sowie eine Integrated-Gas-Produktion zwischen 920 und 980 Tausend Barrel. Die Aktie notiert aktuell auf einem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn rund 26 Prozent zugelegt — eingebettet in einen Energiesektor, der 2026 bislang der stärkste Sektor am Markt ist.
Australien droht mit Sondersteuer
Parallel dazu baut sich in Australien politischer Gegenwind auf. Die Regierung unter Premierminister Anthony Albanese prüft eine Sondersteuer auf LNG-Exporte, die laut ersten Berichten über 25 Prozent liegen könnte. Australien ist seit dem erzwungenen Produktionsstopp Katars zum zweitgrößten LNG-Lieferanten der Welt aufgestiegen — und die Regierung will an den gestiegenen Preisen partizipieren.
Shell-Australia-Chefin Cecile Wake warnte öffentlich vor „kurzfristigen Lösungen“ und argumentiert, abrupte Steuermaßnahmen würden notwendige Investitionen in neue Gasfelder abschrecken. Rund 75 Prozent der australischen LNG-Exporte laufen über ölpreisgebundene Langfristverträge — deren Erlöse dürften in den kommenden Monaten erheblich steigen, was den politischen Druck auf Canberra weiter erhöhen wird.
Aktivisten wechseln die Taktik
Auf der Hauptversammlung am 19. Mai wird die Klimaaktivistengruppe Follow This eine neue Resolution einbringen — diesmal ohne explizite Emissionsreduktionsziele. Stattdessen fordern die Aktivisten Transparenz darüber, wie Shell unter Szenarien sinkender Öl- und Gasnachfrage Aktionärswert schaffen will. Die Resolution wird von 23 institutionellen Investoren mit zusammen 1,5 Billionen Euro verwaltetem Vermögen mitgetragen. Bemerkenswert: Erstmals haben auch 24 aktuelle und ehemalige Shell-Mitarbeiter die Eingabe mitunterzeichnet.
Das Q1-Update morgen wird zeigen, ob die gestiegenen Analystenschätzungen durch die tatsächlichen Zahlen gedeckt sind — und dürfte den Ton für die Debatte auf der Hauptversammlung mitbestimmen.
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