Shell Aktie: Kurs unter Druck

Trotz schneller Wiederinbetriebnahme der größten europäischen Raffinerie und laufender Aktienrückkäufe belasten höhere Verschuldung und Produktionsausfälle die Shell-Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Pernis-Raffinerie nach kurzem Ausfall wieder am Netz
  • Aktienrückkaufprogramm läuft planmäßig weiter
  • Gasproduktionsausfälle und höhere Nettoverschuldung
  • Starke Handelsergebnisse im Ölgeschäft

Europas größte Raffinerie läuft wieder — und dennoch gerät die Shell-Aktie unter Druck. Das Zusammenspiel aus Geopolitik, Gasproduktionsausfällen und einem hohen Nettoschuld-Anstieg belastet die Stimmung, obwohl das operative Bild eigentlich solide ist.

Pernis-Raffinerie: Schnelle Rückkehr

Am 15. April nahm Shell die Rohöl-Destillationsanlage im Rotterdamer Pernis-Werk wieder in Betrieb. Die Anlage mit einer Kapazität von 200.000 Barrel pro Tag war zuvor ungeplant ausgefallen. Die Raffinerie selbst — mit 404.000 Barrel Tageskapazität die größte Europas — blieb insgesamt weitgehend operativ.

Der Neustart kommt zu einem günstigen Zeitpunkt. Shell hatte für das erste Quartal 2026 bereits eine Raffineriemarge von 17 Dollar je Barrel sowie eine Auslastung von 95 bis 99 Prozent gemeldet. Der kurze Ausfall dürfte die Zahlen kaum belasten.

Rückkaufprogramm läuft planmäßig

Parallel zum Betriebsstörung kaufte Shell weiter eigene Aktien zurück. Am 16. April erwarb und löschte der Konzern rund 1,62 Millionen Aktien. Das laufende Programm über 3,5 Milliarden Dollar, das Morgan Stanley seit Februar ausführt, endet am 1. Mai.

Danach könnte es noch größer werden. Die Investmentbank TD Cowen erwartet für das zweite Quartal ein neues Rückkaufprogramm über 5,5 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert TD Cowen Rückkäufe von 20 Milliarden Dollar — was einer Rendite von 14 Prozent entspräche.

Geopolitik und Schulden belasten

Das Bild trübt sich an anderer Stelle. Konflikte im Nahen Osten drücken auf die Gasproduktion in Katar. Shell senkte seine Gasförderschätzung auf 880.000 bis 920.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Hinzu kommt ein erwarteter Mittelabfluss aus dem Umlaufvermögen von 10 bis 15 Milliarden Dollar sowie ein Anstieg der Nettoverschuldung um 3 bis 4 Milliarden Dollar — bedingt durch variable Schiffsleasing-Kosten.

Immerhin: Das Ölhandelsgeschäft lief im ersten Quartal stark. Shell beschrieb die Handelsergebnisse als „deutlich höher“ als im Vorquartal — die Marktturbulenzen durch den Nahost-Konflikt spielten dem Konzern dabei in die Hände.

Die Aktie notiert aktuell bei 37,27 Euro, ein Minus von knapp vier Prozent auf Tagesbasis. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 40,64 Euro Anfang April hat der Kurs rund acht Prozent verloren.

Am 7. Mai legt Shell die vollständigen Quartalszahlen vor. Bis dahin veröffentlicht Vara Research am 29. April den unternehmenseigenen Konsensus — der erste Anhaltspunkt, wie weit Erwartungen und Realität auseinanderliegen könnten.

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