Shell Aktie: LNG Canada soll sich verdoppeln
RBC sieht Shells Quartals-Cashflow über Markterwartungen; die vollständigen Ergebnisse erscheinen am 29. Oktober.

- Zweite LNG-Canada-Ausbaustufe ist geplant
- Kapazität soll 28 Millionen Tonnen erreichen
- RBC erwartet überdurchschnittlichen Quartals-Cashflow
- Aktie notiert nahe dem 52-Wochen-Hoch
Konzernchef Wael Sawan hat am Dienstag bekräftigt, dass verflüssigtes Erdgas trotz kurzfristiger Marktstörungen ein zentraler Pfeiler für Shell bleibt. Im Fokus der langfristigen Planungen steht das Projekt LNG Canada. Eine geplante zweite Ausbauphase soll die Gesamtkapazität des Standorts auf 28 Millionen Tonnen pro Jahr verdoppeln. Der Beginn des Regelbetriebs ist ab Anfang der 2030er-Jahre vorgesehen.
Während Sawan damit rechnet, dass ein wachsendes weltweites Angebot die Preise perspektivisch dämpfen wird, verweisen andere Branchenvertreter wie Chevron-Chef Mike Wirth auf Unsicherheiten bei künftigen Nachfrageprognosen.
Neben dem weltweiten Gasgeschäft ordnet der britische Konzern auch seine europäischen Aktivitäten neu. Künftige Investitionen in Europa konzentrieren sich verstärkt auf industrielle Dekarbonisierung sowie auf die Verknüpfung von Offshore-Windparks mit konzerneigenen Raffinerien in den Niederlanden.
Robuste Verfassung vor Quartalsbericht
Für das abgelaufene dritte Quartal zeichnet sich eine widerstandsfähige operative Verfassung ab. Die Analysten von RBC gehen davon aus, dass der Cashflow des Energiekonzerns über den Erwartungen des Marktes liegen dürfte. Konkrete Details zur finanziellen Entwicklung folgen in Kürze: Die Veröffentlichung der vollständigen Quartalsergebnisse hat das Unternehmen für den 29. Oktober angekündigt.
Gleichzeitig bleibt das geopolitische Umfeld anspruchsvoll. Die Spannungen im Nahen Osten beeinträchtigen weiterhin die Seewege, auch wenn sich die Rohölflüsse aus der Region nach Einschätzung von Shell mittlerweile wieder auf rund 80 Prozent des Vorkriegsniveaus erholt haben.
Im Golf von Mexiko führten zudem wetterbedingte Vorsichtsmaßnahmen wegen des Tropensturms Isaias dazu, dass Fördereinrichtungen temporär heruntergefahren und Mitarbeiter evakuiert wurden.
Aktie behauptet sich nahe Rekordmarke
Am Aktienmarkt spiegeln sich die stabilen Rahmenbedingungen in einer festen Notierung wider. Im heutigen Handel legt das Papier um 0,9 Prozent auf 43,66 Euro zu. Damit bewegt sich der Kurs in unmittelbarer Schlagdistanz zu seinem erst gestern erreichten 52-Wochen-Hoch von 43,83 Euro.
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