Shell Aktie: LNG-Strategie unter Beschuss
Shells optimistische LNG-Wachstumsprognosen weichen stark von Szenarien der Internationalen Energieagentur ab und stehen bei der Hauptversammlung im Mai zur Debatte.

- Shells LNG-Prognosen liegen über IEA-Szenarien
- Kritik an fehlenden Risikoanalysen bis 2035
- Aktionärsresolution erzwang Offenlegung der Strategie
- Aktienrückkäufe laufen parallel zur Debatte
Shells neue LNG-Offenlegungen sollten Investoren beruhigen — doch klimabewusste Aktionäre reagieren mit Skepsis. Im Kern geht es um eine einfache Frage: Wie realistisch sind die Wachstumsprognosen, auf die Shell seine milliardenschwere LNG-Expansion stützt?
Prognosen weit außerhalb des Mainstreams
Auslöser der aktuellen Debatte war eine Aktionärsresolution vom vergangenen Jahr, eingereicht von drei britischen Pensionsfonds — Brunel Pension Partnership, Greater Manchester Pension Fund und Merseyside Pension Fund. Mehr als ein Fünftel der Aktionäre stimmte dafür, was Shell nach britischem Börsenrecht zur formellen Antwort verpflichtete. Am 16. März veröffentlichte Shell daraufhin seinen LNG Outlook sowie ein strategisches Spotlight-Dokument zur LNG-Pipeline.
Shells eigene Prognosen sehen bis 2050 ein LNG-Nachfragewachstum von 45 bis 85 Prozent vor, wobei Asien bis 2040 rund 70 Prozent des Zuwachses ausmachen soll. Das Problem: Diese Zahlen liegen deutlich über allen Szenarien der Internationalen Energieagentur. Gegenüber dem IEA-Szenario für angekündigte Klimazusagen beträgt die Abweichung 92 Prozent — beim Net-Zero-Szenario sogar 301 Prozent.
Lücken im Risikobild
Trotz der verbesserten Transparenz sehen Kritiker weiterhin blinde Flecken. Nick Mazan vom Australasian Centre for Corporate Responsibility, der die Resolution 2025 miteingebracht hatte, bemängelt konkret: Shell offenbart Vertragsinformationen nur bis 2029, während das aggressivste Niedrigkosten-Szenario erst ab 2036 greift. Für den Zeitraum 2030 bis 2035 fehlen belastbare Aussagen zur Portfolioresilienz — ausgerechnet in der Phase, in der viele Klimaziele greifen sollen.
Shell selbst verweist auf die operative Stärke des LNG-Geschäfts: Die Verkäufe wuchsen 2025 um elf Prozent, neue Projekte in Nigeria, Katar und das Ruwais-LNG-Vorhaben sollen die Eigenkapazität um fast ein Drittel erhöhen. Das Unternehmen betont, sein Portfolio sei auf Profitabilität durch die Energiewende ausgelegt.
Rückkäufe laufen, AGM rückt näher
Parallel läuft das laufende Aktienrückkaufprogramm über 3,5 Milliarden US-Dollar weiter. Allein am 23. März kaufte Shell über 3,2 Millionen eigene Aktien zurück. Das Programm soll vor den Q1-Ergebnissen abgeschlossen sein.
Das eigentliche Kräftemessen findet am 19. Mai statt: Beim AGM treffen Shells LNG-Wachstumsstrategie und die Klimabedenken institutioneller Investoren direkt aufeinander. Die Q1-Zahlen, die kurz davor erwartet werden, dürften die Tonlage der Debatte maßgeblich beeinflussen.
Shell-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Shell-Analyse vom 24. März liefert die Antwort:
Die neusten Shell-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Shell-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Shell: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




